Elfie berichtet aus Barcelona

Elfie berichtet aus Barcelona

Ironman Barcelona

Nach 2 dunklen Triathlonjahren mit vielen Verletzungen und einer Aufgabe beim Ironman Frankfurt aufgrund Ischias-Problemen lief mein Training dieses Jahr wieder super, sodass ich auf allen Distanzen immer auf dem Treppchen stand. Beim 70.3 in Luxemburg sogar beste Schwimm- und Radzeit. Mein 3. Platz hat mich sehr zuversichtlich auf den Ironman Barcelona blicken lassen. Der letzte Formtest beim 70.3 Wiesbaden endete in einer Katastrophe: Bademütze zerrissen, bis ich einen Ersatz organisiert hatte, war die Einschwimmzeit vorbei, Tacho noch vor km 30 verloren und zu guter Letzt zu Beginn der Laufstrecke die Trinkflasche mit der Eigenverpflegung hingefallen und mein Getränk hat den Teppich geduscht. Konnte mich über den 2. AK-Platz überhaupt nicht freuen, da esmeine aller schlechteste Zeit auf der 70.3-Strecke war.

Der letzte Schliff für Barcelona lief jedoch sehr gut und ich kam voller Zuversicht dienstags in Calella an. Mittwochs (immerhin besser als am Sonntag) ging dann fast die Welt unter in Calella, also Beine hoch legen und viel schlafen.  Da ich noch nie einen Wettkampf im Meer bestritten hatte, war ich täglich am Strand, für mich war es zu wellig, ich entschied mich auf das Schwimmtraining im Meer zu verzichten, im Wettkampf sind so viele Boote um mich rum, da kann ja nicht passieren. Freitag zur Nudelparty hab ich Björn Wüsteney getroffen, Samstag Radabgabe und Sonntag ganz entspannt um 7.00 Uhr Richtung Meer und freute mich endlich meine Leistung abzurufen. Ich bin immer die Ruhe selbst aber plötzlich als der Neo verschlossen war, bekomm ich Beklemmungen und schlecht Luft: Nerven??? Im Vorstartbereich konnte ich nicht in der Menge stehen, sondern musste ganz am Rand warten. Die erste Hälfte der Strecke hab ich nur mit Asthma-Atmung verbracht und auf dem Rückweg mit den Wellen gekämpft. Beim Schwimmausstieg konnte ich mich gar nicht auf den Beinen halten, zwei Helfer stützten mich und brachten mich Richtung Schwimmausstieg, mir war speiübel und Gedanken wie: „ist der Wettkampf hier schon zu Ende, dafür bin ich nicht nach Barcelona gefahren – nein“. ½ Liter Wasser hat mich so erfrischt, dass ich nach fast 9 Min. die Radstrecke in Angriff nahm und siehe da, es ging mir plötzlich blendend. Bei ca. km 68 überholte ich die zweite meiner AK, fast genau an der gleichen Stelle auf der zweiten Runde die Dritte und auf den letzten 35 km die vierte Konkurrentin – was für ein Rennen.

Auf den letzten 3 km lief mir ein Zuschauer  ins Rad, mir ist Gott sei Dank nichts passiert, bin aber zitternd vom Rad gestiegen, es war mir wieder total schlecht, aber ich bin als Erste in meiner AK vom Rad gestiegen. An Essen konnte ich jedoch gar nicht denken, dann drehte sich der Magen, also erst mal Cola und Wasser, das hat sich leider den kompletten Marathon nicht geändert, die ersten 20 km unterhielt ich mich nur mit meinem Schweinehund: „aufhören – Du bist nicht für die Langdistanz geschaffen – warum kannst Du Dich nicht mehr quälen – nie mehr eine Langdistanz – Du musst nicht nach Hawaii … Alle Strategien, die ich mir vorher zurecht gelegt hatte, waren weg, mein Kopf war leer. Dann entschloss ich mich 10 sec zu gehen und 30 sec zu laufen, trotz heftigem Gegenwind konnte ich den Rhythmus 5 km beibehalten, die nächsten 5 km mit Rückenwind konnte ich eine Minute laufen und die letzte Runde hab ich im Intervall 30/90 zu Ende gebracht. Das Finish war gigantisch und ich wusste wieder, warum ich mich so quälte. Dass ich erste in meiner AK war hab ich erst ½ Stunde später erfahren und plötzlich ging es mir wieder blendend – doch Hawaiiii – Wahnsinnnnnn  – vor einer Stunde wollte ich nieeeeee mehr einen Ironman in Angriff nehmen und plötzlich mache ich Luftsprünge für Hawaii.

Heute freue ich mich auf die WM 2016 auf Hawaii zusammen mit den Ute Mückel Sebamed Triathlon Teamlern: Monika Wille und Björn Wüsteney und auf eine wundervolle Betreuung von Thomas Bassauer, bin ganz gespannt, wer noch mitkommt: Uta Knape, Alexandra Mitschke???

Das i-Tüpfelchen in Kona wäre Ute Mückel’s Unterstützung: Ute kommst Du mit???