Monika beim IM Mallorca

Mein Einstieg in die Saison 2015 war mehr als holprig!

2014 bin ich nochmal beruflich durchgestartet, die Tage rasten dahin. Ich fuhr oft mit dem Rad zum Dienst und lief auch häufiger mal. Das Schwimmtraining blieb den ganzen Winter auf der Strecke.

So ging es dann Ende Juni 2015 zum ersten Wettkampf in Peine, DM olympische Distanz mit dreimaligem Schwimmtraining vorher. Ich stieg völlig zerstört aus dem Wasser, die Rad-und Laufleistungen waren entsprechend!

Seit 1. Juli bin ich Rentnerin – Zeit für Training aller Art und vieles andere mehr! :-))

Es gab ab sofort 4 Schwimmeinheiten pro Woche, Rad, Lauf und Koppeln natürlich auch!

Erste Ergebnisse zeigten sich bei der Ironman-EM in Wiesbaden im August. UM-team auf dem Treppchen, Titelgewinnund Elfie Baltes zweitplatziert!!

So schöpfte ich wieder Hoffnung für den Ironman Mallorca! Schwimmen vielleicht unter 1:30 Std.??

Am Raceday war perfektes Wetter, Neoverbot für die Profis, Freigabe für die Agegrouper. Ich entschied mich wie die meisten anderen auch für den Neo.

Nach für mich unglaublichen 1:20:25 Std. verliess ich die Bucht von Alcudia mit einem Dauergrinsen, welches mich das gesamte Rennen begleitete!!

Der Aufstieg zum Kloster Lluc nach 110km Radstrecke gestaltete sich leichter als befürchtet. Auf dem Rad störte nur manchmal der Gegenwind. Den streckenweise katastrophalen Asphalt überstand mein Rad zum Glück pannenfrei.

Beim Laufen fand ich schnell meinen Rhythmus, leider trieben mich Bauchkrämpfe in der dritten Runde zweimal auf das Dixieklo. Danach war alles wieder gut. Auf jeder Runde freute ich mich schon auf Utes unglaublich hilfreichen und motivierenden Zuspruch – Ute, noch mal vielen Dank dafür!!

Und natürlich auch danke meinem lieben Wilfried, der so lange nun schon, für mich da ist bei den

Veranstaltungen in aller Welt, alle logistischen Probleme für mich löst und unermüdlich und motivierend auch diesmal an der Strecke steht!

Nach 12:49:00 Std. lief ich glücklich ins Ziel. Es war für mich ein supertolles Rennen mit „Wunschergebnis“ und Hawaii-Quali!!

Eure Monika Wille

IM Mallorca

Wenn Ironman zu langweilig ist…

2013 nahm ich nur so aus Spass mit einem geliehenen Mountainbike am O-See-Challenge in Zittau teil- und war als „Nicht-Mountainbikefahrerin“ geschockt von der Schwierigkeit der Radstrecke!

Nichts desto trotz sprang ein wenig der Mountainbikevirus über und so meldete ich mich im Rahmen der DTU- Seniorennationalmannschaft für die diesjährige ITU-Weltmeisterschaft im Cross-triathlon an, die für 2014 nach Zittau vergeben worden war und wurde auch nominiert.

Ein eigenes Mountainbike wurde angeschafft.

Zu meinem Entsetzen regnete es vor dem Renntag die ganze Nacht, so dass ich ernsthaft über einen Startverzicht nachdachte. Nach einem frühmorgendlichen Telefonat mit Karin Schulz, die auch angemeldet war, beschlossen wir, uns doch erst einmal um 8.00 Uhr am See zu treffen.

Es hatte aufgehört zu regnen, wir checkten ein – und das Schicksal nahm seinen Lauf! Auch hier findet man  andere „Mückels“: ich traf Uta Knape in der Wechselzone und später Bella Henseleit als „Jubelgruppe“ – klasse1!!!

Schwimmen ist am O-See das einzige flache und harmlose und war mehr (Karin) oder weniger (ich)schnell erledigt.

 

Pünktlich nach dem Wechsel aufs Mountainbike war der Regen wieder da. Die 38km mit über 1100 Höhenmetern und technischen Singletrails, zum Teil stark verblockt und durch den Regen völlig aufgeweicht, gerieten zur Schlammschlacht. Schon nach wenigen Kilometern waren Farbunterschiede in Kleidung oder Radlackierung bei den Athleten kaum noch zu unterscheiden. Stürze und Raddefekte häuften sich. Als ungeübte Mountainbikerin trug ich das Rad mehrmals bergab und kam mit insgesamt 3 „harmlosen“ Stürzen zurück in die Wechselzone, um sofort den Crosslauf von 9km in Angriff zu nehmen. Matschig , mit Bachdurchquerung, Serpentinen bergauf, steile Downhills auf rutschigen Wiesen –Spass pur!

Überglücklich und völlig platt stand ich später als Gewinnerin der Silbermedaille der AK 60 neben Karin, die gewonnen hat, auf dem Treppchen.

Ich freute mich für Karin über den verdienten Titelgewinn – der gerechte Lohn für ihren couragierten Mountainbikeritt!

Aber auch ich bin ein Stückchen gewachsen, allein weil ich nicht „gekniffen“ hab – und unglaublicherweise: wenn man erst einmal von oben bis unten dreckig ist, macht das ganze auch noch Spass……das war bestimmt nicht mein letzter Cross!!

 

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Monika Wille

Monika Wille über Hawaii

„Mein“ Ironman Hawaii 2012

Nach 4 Jahren „Abstinenz“ ging es in diesem Jahr zur WM nach Hawaii, für mich als alter Hase das 5. Mal.

Ich hatte mit diesem Rennen noch eine Rechnung offen, nachdem ich mich 2008 über die ganze Strecke mit Übelkeit gequält hatte.

Entsprechend aufwendig war meine Vorbereitung, auch mein Wettkampfrad erfuhr noch einige Umbauten. Mein Ziel war ein AK-Treppchenplatz und möglichst eine Zeit unter 13 Stunden.

Angekommen in Kailua Kona genossen wir wunderschöne Tage mit etwas Training und tollen Ausflügen.

Zu meinem grössten Erschrecken bekam ich 2 Tage vor dem Rennen heftige Halsschmerzen, die Stimme kletterte ein paar Oktaven tiefer…….damit nun in den Ironman starten????

Am Freitag beschloss ich dann, doch zu starten, kalkulierte aber eine vorzeitige Aufgabe ein… Zu allem Überfluss entdeckte ich vor dem Rad-Check-in noch einen tiefen Schnitt im hinteren Reifen, Ersatz war nur noch auf der Ironman-Messe zu haben zum entsprechenden Preis….

Raceday: ab ins Wasser, schwimmen fällt mir sowieso am schwersten. Das Salzwasser brannte in der Nase und im Hals, so dass ich noch verzagter war als sonst.

Nach der schlechtesten Schwimmzeit meiner Karriere (lt. GPS bin ich ca. 300m mehr geschwommen…) bin ich aufs Rad gestiegen, wollte erst einmal schauen, wie die Ortsrunde sich anfühlt, um danach evtl. auszusteigen.
Aber es fühlte sich ganz gut an, also beschloss ich weiterzumachen, dieses Mal ohne Blick auf Wattmesser, Pulsuhr und Zeit, nur nach Gefühl mit Rücksicht auf meinen angeschlagenen Körper. Ein mehr „touristisches“ Rennen…..

Das Radfahren war hart wie immer, jede Menge „mumuku“, der Gipfel: Regen und Hagelschauer kurz vor Hawi- ich hatte dieses Jahr zu viele Regenrennen….vom Gegenwind auf den letzten 50km auf dem Highway gar nicht zu reden!

Ohne Kenntnis meiner Radzeit wechselte ich dann auf die Laufstrecke, lief ganz vorsichtig los und wartete auf einsetzende Magenprobleme – die aber ausblieben! So bin ich den Marathon „durchgeschlappt“ bis auf kurze Gehpausen bei der Verpflegung, um genug Flüssigkeit zu bekommen. Eine Ahnung, dass ich vielleicht doch nicht ganz so langsam unterwegs war, bekam ich beim Abbiegen ins „Energy-Lab“. Hier war es bei meinen früheren Teilnahmen immer schon stockdunkel gewesen, dieses Mal erst dämmerig. Na ja, warscheinlich Einbildung….

Auf den letzten 3 km wurde mir deutlich: ich komme ins Ziel, ich finishe dieses Rennen, woran ich nicht wirklich geglaubt habe. Euphorisch klatschte ich sämtliche Hände ab, machte Luftsprünge auf der Zielgeraden und lief tief bewegt ins Ziel, immer noch unter Missachtung der Zielzeit.

Als ich die Stoptaste meines Garmin drückte, wollte ich einfach nicht glauben, was ich sah. Bestimmt ist er zwischendurch mal stehengeblieben….13.05 Stunden kann ja nicht sein

Erst als Wilfried mir die Zeit bestätigte konnte ich es glauben:
Meine beste Hawaii-Zeit – ever! Beste Radzeit meiner Altersklasse, 3.Platz.

Als ich später meine Sachen aus der Wechselzone holte, rollten doch ein paar Freudentränen.

Fazit: Ich habe mich selber überrascht mit dieser Leistung, vielleicht sollte man öfter ohne die ganzen Instrumente sein Rennen bestreiten. Ich war nicht einen Moment traurig, das ich die 13 Stunden-Grenze nicht geknackt habe!!!

Ich genoss die Siegerehrung und den smalltalk mit meinen Altersklassenkolleginnen hinter der Bühne vorher.

Auch die Heimreise war noch ein Highlight, einige Stunden San Francisco bei bestem Wetter vor dem 10-Stundenflug, Frühstück mit Blick auf die Golden-Gate-Bridge!

Und – ich habe Lust auf ein nächstes Mal – irgendwann!! Alter ist nur eine Zahl – da bin ich ganz sicher!!!!