Dieser Lauf ist immer sehr gut besetzt und es werden extra Läufer eingeflogen um die Preisgelder abzuräumen, aber in diesem Bereich spiele ich sowieso nicht mit. Eine Besonderheit hat der Event, die mir aber zum Verhängnis werden sollte.
Dieser Lauf wird im Erwachsenenbereich in 4 Läufe aufgeteilt, da es eine kleine Cityrunde ist die 5mal gelaufen wird und somit das Starterfeld gelockert werden muss. Die Einsteiger und Genießer laufen im D-Lauf, es folgen sportliche Läufer im C-Lauf und im B-Lauf gibt sich die Damenelite mit ambitionierten Hobbyherren  die Ehre bevor im A-Lauf die Herrenelite startet. Die Besonderheit hierbei, alle Läufer die in den Läufen “D, C oder B” schneller sind als 30 min werden aus der Wertung genommen, da diese im A-Lauf zu starten haben.

Jetzt zu meinem Rennen, Elite bin ich nicht und auch habe ich bei meinem ersten Start hier keine Ahnung was ich auf der ungeliebten kurzen Strecken so im Wettkampfmodus laufen kann, somit ganz klar B-Lauf gemeldet. Auf dem Papier war die Sache klar ich laufe “all out” sollte ich irgendwie durchhalten und wider Erwarten unter 30 min Laufen halte ich einfach an und warte bis die Uhr umspringt, soweit der Plan.
Startschuss um 20:10 Uhr und ich mit ordentlich Druck, aber doch überraschend kontrolliert als 2. Mann an die Fersen der Elite Damen gehängt. Diese musste ich aber schnell ziehen lassen und lief mein Tempo knapp unter 4 min/km kontrolliert kraftvoll weiter. Dies ging auch 3 Runden lang super gut, in der 4. Runde bog ich in die Fußgängerzone ab und von jetzt auf gleich bekam ich kaum Luft. Da ich das Tempo hoch halten wollte und den 2. Herrenplatz nicht her geben, setzte ich mit Schnappatmung und dem Gefühl gleich umzukippen fort. Zum Glück war zum Ende der 4. Runde die Enge auf der Lunge verschwunden und ich konnte mich in der letzte Runde wieder voll aufs Laufen konzentrieren. 500 m vor dem Ziel schaute ich auf die Uhr und sah das es eng wird über 30 min zu kommen und 200 m vor dem Ziel kam es wie es kommen musste 🙂
In den Augenwinkeln sah ich 2 Männer den Zielspurt anzusetzen und hielt meinerseits mit einer Tempoverschärfung dagegen. Vollkommen vom Ehrgeiz gepackt den Platz 2 zu verteidigen hielt ich mein Tempo hoch und sah auf einmal den 1. Mann auf der linken Streckenseite vor der Wettkampfuhr, die 29:xx anzeigte stehen, im selben Moment stand ich mit dem linken Fuß schon auf der Zielmatte und rechts huschte ein Konkurrent vorbei. Damit waren die 3 Zielsprinter unter 30min und der wartende Führende ging bei 30:00 ins Ziel. Welcher der Zielsprinter jetzt am schnellsten war lässt sich in den offiziellen Ergebnislisten nicht nachvollziehen da wir alle 3 zu schnell waren und aus der Wertung geflogen sind.

Bleibt als Fazit zu sagen der Test war super, das Training auf dem Weg nach Roth kommt an und die Zeit auf der Stoppuhr von 29:40 stimmt sehr zuversichtlich. Diese Zeit reicht bei der hohen läuferischen Qualität bei diesem Event sowieso nicht fürs Treppchen und mit dem GoPro-Gewinn bei der Tombola ist es auch egal ob man in den Ergebnislisten steht 😉 beim nächsten Mal muss ich dann halt im A-Lauf ran.

keep on running
Micha

Fotos mit freundlicher Genehmigung des Main Echos

© Björn Friedrich und Petra Reith