Danielas erste Langdistanz und gleich deutsche Meisterin

Der Entschluss: “ Ich möchte ein Ironman werden“ fiel letztes Jahr beim Ironman Hamburg. Für mich stand von Anfang an fest, diesen Weg möchte ich gern gemeinsam mit Ute gehen! An das Telefonat mit ihr kann ich mich noch sehr gut erinnern 😊 Heiko hat noch gezögert und eigentlich wollte er noch keine LD machen…aber es dauerte nicht allzu lange und auch er war von dem Gedanken infiziert und hat mit Ute den Weg aufgenommen.

11 Monate haben wir auf diesen Tag hin gefiebert, der zunächst noch sooo weit weg schien. Für Heiko wackelte der Traum durch Knieprobleme, die er sich auf Fuerte im März zuzog, fast 3 Monate kein Laufen möglich, Rad ging nur bedingt… Das Knie wurde aber langsam immer besser 😊 Nach einigen langen Radfahrten kam der Gedanke, ob er nicht vielleicht doch noch starten könne….

Der Startplatz war verschoben und eigentlich gibt es dann kein Zurück… Anfrage an Ironman abgeschickt, ob die Möglichkeit evtl. doch bestünde und siehe da, sie würden eine Ausnahme machen. Oh je,…was nun? Ute um Rat fragen! Ute zählte Pro und Kontra auf, aber sagte auch…“Wenn Du willst Heiko, dann gehen wir den Weg.

Wir sind ihn gegangen:  Am 28.07.19 und unser Motto lautete:

© FinisherPix
© FinisherPix
© FinisherPix

Unser Tag - zu keiner Zeit lassen wir schlechte Gedanken zu!!!

Die längste Wechselzone hat uns mit einer echt tollen Atmosphäre empfangen 😊 Die Sonne ging langsam über der Alster auf und die Vorfreude stieg an… Das Bangen, ob ein Schwimmen stattfindet war schon am Freitag beendet, fest stand es wird ein Triathlon! Juhuu! Es wurde noch besser, wir durften MIT Neo schwimmen! Auf dem Weg zum Schwimmen wartete das Geburtstagskind Ute und schickte uns auf die lange Reise. Die Stimmung vor dem Schwimmstart war grandios, die Ironman typischen Lieder, die Stimmung und positive Anspannung stieg. Der Iceland-Clap sorgte dann für den Gänsehaut- Moment.

Startschuss …rein in die Alster 😊

Die ersten 1,5 KM zogen sich ein wenig, aber der seitliche Blick übers schimmernde Wasser – einfach klasse! An den Brücken wurde es etwas eng, aber verteilte sich auch zügig wieder. Mein rechter Oberarm machte Bekanntschaft mit der Uhr eines Mitschwimmers…egal, immer weiter. Seit Ute erwähnt hat, man solle sich strecken, als ob man beim Nachbarn die Kirschen vom Baum pflücken möchte, pflücke ich Ihr immer einen Obstkorb während des Schwimmens …ich muss gestehen, mir ist zwischendurch die Früchtevielfalt ausgegangen und ich habe dann Äpfel in verschiedenen Farben eingepackt 😉 Der Rückweg des Schwimmens ging gefühlt zügiger und unter dem Ballindamm durch, hörte man schon die Zuschauer …gleich geschafft.

In Ruhe durch die Wechselzone, ab aufs Rad! Jetzt kam der Abschnitt, vor dem ich am meisten Sorge hatte.

Auf ging es und nach kurzer Zeit kam zum ersten Mal die Kopfsteinpflaster-Passage, die wir insgesamt 4-mal fahren mussten ☹ Das Kopfsteinpflaster war dermaßen grob, dass ich echt Sorge hatte mit den Felgen in einen Spalt zu rutschen … ob das wirklich sein musste? Mir flog hier direkt meine Radflasche weg. Ich habe es am Ende der Passage gemerkt. Da darin die Pampe für 6 Std enthalten war, habe ich mein Rad geparkt und bin zurück gelaufen…die Helfer waren schon fleißig am Einsammeln, da ist so einiges herumgeflogen.

Ich habe dann einen Helfer gebeten mir zu helfen, einen Container zu kippen, weil ich meinte meine Flasche entdeckt zu haben…das hat er auch glatt gemacht. Flasche geangelt und zurück zum Rad gelaufen… Dann die Ernüchterung, die Flasche sah aus wie meine, war es aber nicht. Statt Pampe nur Wasser ☹

Es kam ein kurzer Anflug von Sch**** was nun, aber hey: Keine schlechten Gedanken!

In meiner Rahmenflasche war Pampe für eine MD, ich hatte einen Notfallriegel dabei und wenn nix geht, würde ich Iso probieren… Plan B! Die gefundene Flasche verabschiedete sich dann auch zügig bei den Bahnschienen aus der Halterung. Bahnschienen gab es etliche auf der Strecke und hier gab es leider auch viele Stürze und Pannen zu sehen.

Über die Köhlbrandbrücke…

Ich hatte ein kleines Stück vom Riegel genommen, das verursachte aber bei KM 60 Magenpiecksen und mein Rücken, machte sich bemerkbar. Der Rücken beruhigte sich nach einiger Zeit wieder und der Magen zum Glück auch. Um kein weiteres Risiko mit dem Magen einzugehen, beschränkte ich mich auf die Pampe und nahm dann halt nur halb so oft etwas davon. Ein wenig hat mich das gehemmt mit mehr Druck zu fahren…. Am Deich gab es ein wenig Gegenwind, leider war hier nicht soooo viel los und auch am Zollenspiecker blieb die große Party-Stimmung aus.

Die Kampfrichter waren oft präsent, haben fleißig ermahnt und auch Karten verteilt. Alles in allem wurde aber sehr fair gefahren.

Es gab wirklich viele Pannen und Stürze auf der Radstrecke. Ich war happy als ich mein Rad dann in der Wechselzone nach 6 Std. und 6 Min geparkt habe. Erstaunlicherweise fühlten sich die Beine besser an, als erwartet. Auf zum Laufen – 4 Runden entlang der Alster! Es war mittlerweile schon recht warm geworden. Die Strecke war schon von Beginn an gesäumt mit Zuschauern, die eine grandiose Stimmung gemacht haben.

An den Verpflegungstationen bin ich zügig gegangen (ich bin einfach zu blöd im Laufen zu trinken, ohne mich zu verschlucken) und hab jede Möglichkeit des Kühlens genutzt und mich mit ordentlich Wasser versorgt. Pampe und Salztabletten hatte ich ohnehin dabei. Unglaublich, wie viele Schwämme und Eiswürfel in so einen Anzug passen 😉

Freunde, haben uns mit ihren Anfeuerungen quasi über die Strecke getragen. Als ich hörte, ich laufe auf Platz 4 zu, war ich erstmal baff.  Ute hat mir die Info gegeben, dass es Heiko gut geht und er läuft. Damit war schon mal der größte Stein vom Herzen gefallen. Ich bin einfach locker durchgelaufen und habe es wirklich genossen Runde um Runde von diesem großartigen Team angefeuert und unterstützt zu werden.

Bei KM 35 hatte ich Heiko eingeholt…er wollte aber nicht, dass ich warte….

Mit einem immer größer werdenden Lächeln im Gesicht ging es Richtung Gänsemarkt. Ein letztes Mal ein Bändchen von unseren Freuden abgeholt, die als Helfer dort waren. An der Ecke Poststraße bat mich ein Freund den Zieleinlauf zu genießen. OH JA! Das werde ich!

Ich bin tatsächlich ein Stückchen gegangen, um den Moment aufzusaugen.

Wieder angetrabt, um Daniel Unger und Haddi Thöne abzuklatschen und die magischen Worte zu hören:

© FinisherPix
© FinisherPix
© FinisherPix

YOU ARE AN IRONMAN!

Heiko kam kurz nach mir genauso überglücklich in Ziel. Was für ein Gefühl und was für ein Triathlon-Fest!!!

Das Ziel war: Ankommen, wenn möglich noch aufrecht.

Das Ergebnis: 4. Platz in der AK und Deutsche Meisterin in meiner AK.

Danke an Ute und dieses unglaublich tolle Team! Ich bin wirklich stolz ein Teil davon zu sein!

 

Fotos mit freundlicher Genehmigung von FinisherPix®


So hat Lutz die 180 Radkilometer bei seinem Staffelstart in Roth erlebt

Nach dem Aufstehen tröpfelt es leicht und dann setzt doch etwas Regen ein. Da wir als Staffel erst nach 9 Uhr starten, können wir in Michaels Fernseher den Rennverlauf der Profis und der ersten AK-Athleten erleben. Und gleich ein Sturz, direkt in der Kurve bei unserem Campingplatz. Das bedeutet für mich, Obacht! Die Strasse ist, auch wenn es jetzt nicht mehr regnet, glitschig.

Am Wechselplatz bereiten Michael und ich uns auf den Start vor. Welchen Weg laufen die Schwimmer, wie muss Michael sich orientieren, etc. Eigentlich sehr unproblematisch. Dann der Start unseres Blocks. Leider kann ich Michael nicht ins Wasser schicken, denn ich komme nicht mehr aus der Wechselzone raus zum Schwimmstart. Egal, jetzt habe ich noch eine Stunde Zeit zum Fertigmachen und Aufwärmen. Der Blick in den Himmel lässt erahnen, regnen wird es wohl nicht mehr, aber Sonne gibt es auch nicht. Auf dem Rad brauche ich es nicht so heiss.

Die ersten Staffelschwimmer kommen und werden von den übrigen Teilnehmern angefeuert und unterstützt bei der Wegfindung. Da, ist das nicht…, “Michael! Hier, hierher!”. Michael sieht mich nach einer kurzen Verwirrung und findet gut zum Platz. Der Wechsel war problemlos und jetzt beginnt die Reise für mich.

Erstes Mal in Roth, erstes Mal 180 km Zeitfahren. Ich freue mich auf eine schöne Tour. Der Start ist etwas hakelig, denn mein linker Schuh findet die Klickpedale nicht gleich. Dann aber geht es vorwärts. Die “Sturzkurve” der Pro’s passiere ich ohne Zwischenfall und nach und nach wird die Strasse trockener. Das erste Ziel für mich ist ganz klar, eine gute Zeit für die erste Runde. Mir geht es gut und ich gebe Vollgas. Es fühlt sich ein bisschen an wie fliegen, wenn man an den übrigen Athleten vorbei ballert. Alle fahren friedlich und konzentriert.

Den Anstieg in Greding hab’ ich mir schlimmer vorgestellt oder fühlt es sich so leicht an, weil die Zuschauer uns Athleten den Berg hoch schreien? Jedenfalls geb’ ich weiter Gas und überhole mehr und mehr Einzelstarter. Zwei von Ihnen lutschen an meinem Hinterrad und wir wechseln uns in der Führungsarbeit etwas ab.

Jetzt überhole ich auch einige Fahrer, die etwas unsauber unterwegs sind. Scheinbar sind zehn Meter Abstand, von Hinterrad zu Vorderrad, doch bei einigen etwas anders dimensioniert. So ähnlich wie, “Pink ist jetzt das neue Schwarz” gilt für manche, “2 Meter sind jetzt die neuen 10”. Gut, das ist nicht mein Problem. Sollen sich die “Sherifs” drum kümmern.

Im Laufe des Rennens wird es jetzt etwas windiger und in der Serpentinen-Abfahrt weht der Wind schon leicht böig. Mit etwas Respekt, doch relativ zügig fahre ich in die Kurven und bekomme hier und da mal einen Windstoss ins Vorderrad. Aber alles kontrollierbar. Das 404er Vorderrad bietet eben auch nicht so viel Fläche und reagiert glücklicherweise recht träge auf solche “Luftangriffe”.

Plötzlich wird es laut, lauter als bei den sonstigen Ortsdurchfahrten. Ah, Solarer Berg. Die Menschen stehen dicht an dicht und der Asphalt der Strasse ist kaum erkennbar. Ein Teilnehmer fährt auf der linken Seite und ich suche mir einen Platz, um durch die Massen durchzukommen und zu überholen. Es bleibt mir kein anderer Weg, ich muss rechts vorbei. Ausserdem wedele ich noch mit einer Hand, um den Zuschauern anzuzeigen, “macht bitte etwas mehr Platz, ich bin schneller.” Wie von Geisterhand öffnet sich die Masse und ich darf ungehindert passieren. Den Tinnitus verliere ich nach einigen Kilometern wieder.

© Marathon Fotos
© Marathon Fotos
© Marathon Fotos

Nicht mehr weit und die erste Runde ist rum…

Da ist ja schon der Schwimmstart und die Brücke über den Kanal. In der “Sturzkurve” höre ich, “Lutz, jawoll, Gas …” ich hebe die Hand zum Gruss. Das war Michael und Family, die mich nochmal richtig angefeuert haben.

Km 90, ein Blick zur Uhr, 2 Stunden 28 Minuten. Yes! Das wollte ich, endlich mal eine Zeit unter 2 Stunden 30 für die 90 km. Jetzt weiter das Tempo halten und Schmerzen ignorieren. Die Verpflegung in Form von einer Flasche Gel reicht auch für die zweite Runde, aber es schmeckt nur noch ekelhaft süss. An der nächsten Erfrischungsstation greife ich eine Flasche Iso, um den Geschmack etwas zu neutralisieren.

Ein Stimme meldet sich hinter mir, “Sorry, is this the right way to Roth (gesprochen: Rodss)? Oh no, you must go back to the village before and than turn to the left. Shi*…, thank you.” Offensichtlich hatte der Brite den Abzweig in Eckersmühlen verpasst.

Km 110, langsam, aber sicher, brennt mir der Hintern. Kleinere Anstiege im Wiegetritt bringen etwas Entlastung. Leichte Krämpfe in den Beinen machen sich bemerkbar. Eine Salztablette sollte helfen. Zwischen km 140 und 150 kommt mir die Stecke wie eine Ewigkeit vor. Der Wind bläst mir entgegen und der Anstieg zum höchsten Punkt der Strecke will einfach nicht enden. In der Abfahrt kommt der Wind von hinten. Als ob das was helfen würde?

Solarer Berg zum zweiten Mal. Immer noch stehen viele Zuschauer an der Strecke und brüllen einen den Berg hoch. Wieder Krämpfe und die zweite Salztablette muss Linderung bringen. Jetzt ist es nicht mehr weit, km 167 zeigt die Uhr. Nur noch 23 Kilometer. Wieso 23? Nein, 13 sind es nur noch. Durch die vielen Mitteldistanzen hat sich eine 90 eingeprägt und die muss da doch auch auf dem Display vom Tacho stehen?! Ja, 13 km. Die sind ja schnell abgespult, jedenfalls im Training. Also jetzt noch mal 20 Minuten volle Kanne und in der Wechselzone nicht umfallen. Das ist alles was mich fokussiert.

Möglichst klein versuche ich dem Wind wenig Angriffsfläche zu bieten und überhole weiter stetig andere Teilnehmer. Es kommt mir so vor, als hätte ich das halbe Feld aufgerollt. In Eckersmühlen entscheide ich mich, den Abzweig Richtung Roth zu nehmen und erinnere mich noch einmal schmunzelnd an den Briten. Noch 5 km bis in die Wechselzone. “Weiter, alles was noch drin ist”, sporne ich mich an. Einen Marathon muss ich ja nicht noch laufen und ganz ehrlich, würde ich jetzt auch nicht mehr wollen.

Da vorn muss es sein. Noch mal Konzentration, vor der Linie absteigen, das Rad dem Helfer geben und in die Wechselzone laufen. Sabine suchen!

“Sabine! … Sabine, wo bischt?” An den Nummernschildern kann ich mich gut orientieren und ich stehe eigentlich richtig. “Sabine?” Da tönt es plötzlich direkt neben mir, “Hier!!!”. Steht direkt neben mir und sagt nix. Den Chip übergebend schicke ich Sabine auf die Reise Richtung Ziel. “Viel Spass!”

Meine Beine zittern und ich bemühe mich stehen zu bleiben. Eine Massage wäre jetzt toll. Man war dass ein Ritt. Die Uhr hatte ich blind gestoppt und jetzt realisiere ich die Zeit, 5 Stunden 21 Minuten. Für das erste Mal, ganz ordentlich.

Nach der Rückfahrt mit dem Rad zum Campingplatz, Duschen, Umziehen, Packen, wieder nach Roth. Dann Treffen am Bogen vor der Ziellinie mit Michael, der eine Super-Schwimmzeit von 1 Stunde 12 Minuten geschafft hat, warten wir gespannt auf Sabine.

© Marathon Fotos
© Marathon Fotos
© Marathon Fotos
© Marathon Fotos
© Marathon Fotos
© Marathon Fotos

Den Zieleinlauf geniessen wir gemeinsam, in einem prall gefüllten Stadion. Mit 3:39:xx als Laufzeit hat Sabine alles gegeben. Wir lachen und gratulieren uns gegenseitig für ein super Rennen.

Nächstes Jahr bin ich dann ein Langdistanz Rookie. Und wo? Natürlich in Roth. Wer einmal in Roth diese Stimmung erlebt hat, der weiss dass Roth einer der schönsten Plätze für eine Langdistanz ist. Den Startplatz habe ich bereits online gebucht und mal sehen, was in einem Jahr so geht. Gehen will ich den Marathon jedenfalls nicht!


Der letzten IRONMAN 5i50 in Zürich - Achim war dabei

Liebe Teamkollegen,

beim 5i50 Zürich ging ich hoch motiviert in den Rolling Start und habe mich in die Gruppe der ‘moderaten’ Schwimmer eingeteilt. Normalerweise gehe ich freiwillig in die letze, also in die Gruppe der ‘gemütlichen’ Schwimmer. Nach der für mich super Zeit von 32 Minuten in Hamburg vor 2 Wochen (mit Neo) bin ich gestern etwas mutiger gewesen und habe das Schwimmen bei warmen 24 Grad Wassertemperatur im kristallklaren Zürichsee doch wieder vergeigt. Eine gerade Linie zu schwimmen ist irgendwie nicht mein Ding 😉 So kam ich mit sehr enttäuschenden 42 Minuten aus dem Wasser und in die grosse Wechselzone. Um beim zweiten Wechsel flink zu sein wie ein Wiesel ziehe ich schon immer im T1 meine pinken Socken an, die natürlich passend zu unseren sebamed Farben sind. Es gilt drei Runden zu absolvieren, also drei Mal hoch zum Heartbreak Hill mit insgesamt knapp 300 Höhenmetern. 1:14 Stunden ist ok für mich und auf der flachen Laufstrecke waren es dann die angekündigten 30 Grad und viel Sonne. Mit 52 Minuten bin ich zufrieden, bei den Wasserstationen bin ich gegangen und habe mich immer gut kühlen können.

Mit 2:56 Stunden bin ich im Endeffekt zufrieden, denn es hat wie immer viel Spass gemacht.


Der Schluchsee Triathlon im Schwarzwald – Stefan berichtet

Nach einem vollen Jahr ohne Wettkämpfe, beinahe komplettem Wandel der Persönlichkeit, sehr wenig Training und viel Physiotherapie ist es nun am Morgen des 13.7. soweit um wie im vergangenen Jahr an den Schluchsee zu fahren. Meine Tochter hatte mich im vergangenen Jahr herausgefordert und auch deutlich geschlagen. Ich hatte mit 3 Stunden 7 und dem 3.letzten Platz in der Herren Konkurrenz beim Schwarzwald Cup 2018 mein definitiv schlechtestes Ergebnis bis dahin eingefahren und war damals dennoch sehr zufrieden, nicht aufgegeben zu haben.

Am heutigen Samstag sollte das anders laufen. Ich hatte mir schon Wochen zuvor vorgenommen ohne Uhr zu starten, und mich darauf zu konzentrieren dem puren Genuss zu frönen.

Am Abend zuvor hatten wir noch ein Familienfest mit Carbo Loading, sodass meine Tochter und ich bestens vorbereitet, unterstützt von unserem familiären Supportteam recht entspannt gegen 10:00 Uhr von Basel kommend die Serpentinen des Schwarzwalds zunächst mit dem Auto in Angriff nahmen. Die Anreise an sich ist schon spektakulär, aber wenn man dann die Wechselzone betritt und eincheckt wird man als Hobbysportler von dem hochgerüsteten Fuhrpark und den schrillen Accessoires  erneut kurzatmig.

Während des Einschwimmens im schönen Schluchsee ist uns das trübe und windige Wetter gar nicht aufgefallen. Da ich schon lange keinen Neoprenanzug mehr getragen hatte, stellte sich augenblicklich ein Gefühl von schweren Armen und Kraftverlust ein. Dies wurde glücklicherweise kompensiert durch den Auftrieb. Meine Tochter ist eine exzellente Schwimmerin und es ist immer wieder ein Vergnügen zu sehen wie sich diese recht kleingewachsene Person bei den 1 m Neunzig aufwärts Haien positioniert. Sie erntet hier nicht selten kritische Kommentare, die spätestens an der ersten Boje für nichtig erklärt werden. Für mich hingegen ist das geprügelt und getreten werden über die ersten fünfhundert Meter hinweg nicht lustig. Ein Sportkamerad mit ebenfalls abscheulichem Schwimm Stil war ganz vernarrt in mich und hat es sich zur Aufgabe gemacht mir bei jedem zweiten Zug gezielt auf den Kopf zu hauen oder ins Gesicht zu treten. Ähnlich wie in der Trauerbewältigung durchlebt man hier mehrere Phasen, von Unverständnis, über Aggression bis zum Gleichmut. Der kurze, aber gemeine Landgang wurde von mir genutzt um möglichst fotogen den Bauch einzuziehen und einen fokussierten Eindruck zu machen. Zu Beginn der zweiten Schwimm Runde habe ich dann meine feuerrote Bademütze verloren, sodass der mittlerweile überholte Schläger doch noch einen Erfolg für sich verbuchen konnte. Vor mich hin grübelnd, ob dies nun die Disqualifikation bedeute bin ich dann den Rest recht ruhig geschwommen, auch wenn ich bei den windigen Verhältnissen 2 mal grosse Portionen Seewasser verkostet habe. Dann kommt diese fiese Strecke aus dem See zur Wechselzone. Man läuft eine Art Rampe hoch, um dann durch eine Unterführung runter und gleich wieder hoch zu laufen, während man damit beschäftigt ist den Neopren von der Schulter zu pellen.

Im letzten Jahr bin ich beim ersten Wechsel mit dem Kreislauf eingebrochen und habe lange warten müssen bis ich mich aufs Rad hiefen konnte. Mit all meiner Erfahrung habe ich mich diesmal sofort auf den Hintern gesetzt und den Neo im Sitzen ausgezogen. Das sieht zwar unelegant aus, hat sich aber bewährt. Somit habe ich schneller gewechselt als meine beiden Nachbarn, obwohl mein Helm vom Lenker gefallen war und sich 3 Stell Plätze weiter links am Boden kullernd wieder gefunden hat. Endlich auf dem Rad, geht es sofort eine kurze steile Rampe hoch, gefolgt von einer 150 Meter Strecke mit Pflastersteinen. Spätestens jetzt ist man wach. Die darauffolgende recht lange Steigung ist dazu gedacht die Athleten mürbe zu machen, aber auch hier hat mir geholfen das ich nicht zum ersten Mal am Schluchsee war und ich mich voll auf hohe Kadenz und Kette links konzentrieren konnte. Mir war bereits vor dem Rennen klar, dass dieses Jahr die Kraft fehlt und ich nur mittels Erfahrung, Willenskraft und Selbstironie durchkommen werde. Also habe ich mich über beide Runden hinweg nicht provozieren lassen und bin ganz stoisch mein Tempo gefahren. Und das war gut so. Im Nachhinein habe ich einige Plätze während des Radsplits verloren, was mich ganz ausserordentlich motiviert für 2020. Auf den letzten 5 km konnte ich es dann doch nicht lassen und habe mit 2 Kollegen kleine Spielchen gespielt, bin aber nicht von ihnen los gekommen.

Der zweite Wechsel war gefühlt sehr geschmeidig, ich bin in die Laufschuhe geschlüpft und auch hier hochfrequent und mit kleinen Schritten losgestöckelt. UM hat mir einmal gesagt: Laufen kannst du! Ob es stimmt oder nicht, jedenfalls war es mein Mantra für diese anstehenden 4 Runden. Das Profil der Laufstrecke ist recht coupiert und angenehm abwechslungsreich. Die erste Runde war richtig schön, die zweite weniger, die 3. gar nicht und die 4. hat nur noch wehgetan, auch wenn ich mir nichts habe anmerken lassen und nach aussen sehr locker erschien.

Überglücklich bin ich getragen vom Applaus der Massen ins Ziel gestürmt und durfte dann noch den legendären Zieleinlauf meiner Tochter miterleben. Wir hatten zuvor vereinbart, dass der Gewinner, in Analogie zur Tradition Kienle Frodeno vom zweiten Sieger zum Eis eingeladen wird.

Ich freue mich schon sehr auf das kommende Jahr, dann wieder mit Uhr und kann allen Vereinsfreunden, die noch nicht am Schwarzwald Cup teilgenommen haben ans Herz legen diesen kleinen, aber recht anspruchsvollen und bestechend schönen Wettkampf auszuprobieren.

Mit sportlichen Grüssen, Stefan


Michas Traum wird wahr… Challenge Roth deutlich unter 11h15!

Das Ergebnis kennen die meisten inzwischen und in diesem Bericht dürft ihr erfahren wie es dazu kam. Die Entscheidung den Challenge Roth nochmal als Einzelstarter anzugehen und zu finishen habe ich schon seit meinem DNF, aber mit der Familienplanung ließ es sich nicht so gut vereinbaren. Allerdings haben meine Kumpels es mir etwas erleichtert, denn als Hochzeitsgeschenk gab es 2018 eine Fotokollage auf der recht zentral das letzte Bild vor meinem Ausstieg beim Challenge Roth 2013 hängt und dies muss “besiegt” werden. Die Freude über den Startplatz im Onlineverfahren war riesig und das Geld schnell überwiesen, doch dann kam der Schock die Veranstaltung hat ja vom zweiten auf das erste Juli Wochenende gewechselt und da habe ich keine Zeit da meine Frau an diesem Tag immer arbeiten muss. Doch was soll ich sagen, ich habe die beste Frau geheiratet und nach einigen Überlegungen “durfte” ich starten und Dany hielt mir zu jeder Zeit den Rücken frei, ganz fettes MERCI hierfür.

An diesem einen Tag auf den Punkt genau fit zu sein trotz Familie das schafft nur ein Coach und zwar der/die beste UTE Mückel. So kam es das ich bei ihr anfragte und sie ohne zu überlegen mir den Weg nach Roth vorgeben wollte. Geil, hier geht nix mehr schief egal was kommt und im Rahmen des Familienurlaubes ließ sich im August 2018 auch eine erste Besprechung incl. Schwimmen bei Ute verwirklichen. Hier legt ich gleich die Zielzeit für das Schwimmen in Roth mit 1h10 fest und was soll ich sagen trotz der Verhältnisse (zu denen ich gleich komme) Punktlandung 🙂
Um das zeitintensive Training mit der Familie unter einen Hut zu bekommen entschied ich mich das Training gemäß Lionel Sanders in den Keller zu verlegen, Rad auf der Rolle mit Zwift (geile Erfindung) daneben ein Laufband und einige Gewichte, TRX, Balancegeräte, fertig ist die Folterkammer! Klar es gibt bestimmt auch andere Wege aber es war echt gut und macht dich mental fit. Für den Renntag haben sich einige Bekannte angekündigt und um alle zu einander zu führen gibt es ja heute so Dinge wie WhatsApp, also Gruppe erstellen und einen Zeitplan reingestellt mit der Marschroute für die 12 Stunden Zielzeit, damit jeder weiss wann ich in etwa wo bin. Da ich mich fit fühlte habe ich noch eine Zeitliste mit 11h15 erstellt, vielleicht läuft es ja richtig gut.

Kommen wir mal zum Rennwochenende, Anreise am Freitagabend und Camping am Schwimmstart um direkt am Samstag früh kurz im Kanal zu testen wie das Wasser ist. Der Veranstalter hatte einiges zu tun um den verwöhnten Triathleten die auch schon mal “mutiger” waren das Neoprenschwimmen zu ermöglichen. Funktioniert hat es wie wir wissen doch durch das schnelle und lange Fluten hat sich der Kanalabschnitt etwas aufgeschaukelt und somit wechselnde Strömungsverhältnisse mit sich gebracht was die Schwimmzeiten i.d.R. um etwa 3-5min langsamer macht. Dieses Schwanken machte sich auch beim Testschwimmen schon bemerkbar, brachte mich aber nicht aus der Ruhe da ich mit Zeiten geplant habe die gut machbar sind und wenn es langsamer wird ist es eben so. Damit müssen alle zurecht kommen und das Ziel ist die Finishline, egal was dort die Uhr anzeigt. Anschließend ging es zu den Startunterlagen, Radl testen, Expo bummeln, mit Ute kurz besprechen, Wettkampfbesprechung und Leute treffen. Zeitig ins Bett und dann…

... RACEDAY

… aufgewacht, zum Schwager noch gesagt: „Wenn du aufwachst und dich richtig schlecht fühlst, dich fragst was das heute werden soll bzw. warum du dich angemeldet hast, genau dann wird es gut!“
Startgruppe 13 bedeutete nach der Beutelabgabe in T1 erst mal den Regenschauer abwarten und dann das Rad fertig machen, bevor es um 7:30 Uhr ins Wasser ging und um 7:35 Uhr los gehen sollte. Doch vor dem Gang ins Wasser musste ich genauso wie beim ersten Startschuss des Tages kurz inne halten und den Gefühlen freien Lauf lassen. Es war einfach eine riesen Erleichterung und wohl schon die Anzeichen das heute etwas Besonderes passiert. An dieser Stelle sei gesagt das ich noch nie einen Wettkampf bestritten habe an dem ich mehr mit Tränen und positiven Gefühlen zu kämpfen hatte, selbst jetzt beim Schreiben kommt alles noch einmal hoch.
Schwimmstart und alle stechen los wie verrückt, kurz versucht mit zu gehen aber dann habe ich mich entschlossen mein Tempo zu finden und konstant auf Zug zu bleiben. Das Vorhaben ging voll auf und nach einigen Schlägen war ich bei 650m wieder an der Spitze der Startgruppe und begann etwa bei 1250m die ersten der letzten Startgruppe12 einzusammeln. Wende klappt ohne Probleme doch dann kam ein immer stärkerer Druck auf den Augen, hervorgerufen durch die Brille, was mich zu zwei kurzen Kraulpausen brachte. Da ich allerdings inzwischen auch schon einige Athleten aus anderen Startgruppen vor mir einsammelte und auch immer mal wieder etwas Wasserschatten fand ging der Rhythmus nie richtig verlor. Zum Ende der ersten Disziplin konnte ich sogar noch einmal etwas zulegen und als ich am Schwimmausstieg auf die Uhr sah machte sich ein fettes grinsen breit.
1h10 trotz den vermeintlich langsameren Verhältnissen, Punktlandung! Gemütlicher Wechsel in T1 hingelegt und nach kurzen Problemen auf dem Rad in den rechten Schuh zu kommen war ich schon auf der Brücke, als ich dort Ute sah musste ich es ihr vor Freude zu rufen “Ute 1:10, 1:10 Ute” 😀

Das Radtempo war vom ersten Tritt sofort da und ich hatte den Flow vom Schwimmen einfach mitnehmen können, trotz oder gerade wegen dem lockeren Wechsel. So sammele ich in der ersten Runde mehr Athleten ein als mich überholten, was echt Spaß machte. Die ersten 40km empfand ich sehr frisch und befürchtete ein schwieriges Rennen, doch nach dem Regenschauer oberhalb von Greding wurde es sehr angenehm. Eine bitte an die Sportler die diesen Sport in Zukunft betreiben wollen, nehmt euch die Zeit im Training und übt Radfahren vor allem auch bergab, dann geht der Puls in Abfahrten auch runter und es ist entspannter für alle. Der Solarer Berg in der ersten Runde quasi mit der Männerspitze das bedarf keiner Worte, ich war froh dass mein Visier am Helm getönt ist. Auf der 2. Radrunde durfte ich etwas mehr Druck machen, so war es mit Ute abgestimmt und den brauchte ich auch, da der Wind ordentlich auffrischte und so das Tempo konstant blieb aber der Aufwand deutlich stieg. Ab KM 100 etwa fand etwas bis dato für mich Unbekanntes statt, sobald ich mich auf dem Rad aufrichtete und die Aeroposition längere Zeit verließ wurde mir schwummrig, aber alles ließ sich problemlos weiter fahren. So beschloss ich möglichst viel die Position zu halten oder schnell wieder einzunehmen und es ging mit guten Beinen Richtung T2. Eines muss ich noch sagen, in den Aktionen und Verhalten was ich gesehen habe fand ich das Rennen fair und die Entscheidungen der Kampfrichter wurden mit dem nötigen Fingerspitzengefühl für große Starterzahlen getroffen.

T2 wieder ohne Stress und einem lockeren Plausch mit den netten Helfern absolviert, kurzer Pinkelstopp Nr. 6 und da ging es auch schon auf die Laufstrecke. Was soll ich sagen, es war einfach geil. Vom ersten Schritt an den Flow vom schwimmen und radeln direkt mitgenommen. Wenn dein Kopf frei ist geht so etwas scheinbar von selbst. Das Mentalgame am Kanal fand trotz des Gegenwindes irgendwie nicht statt, ich lief konstant mein Ding bekam immer und immer wieder gesagt, es sieht so locker aus und bis km 24 spürte ich auch nichts außer einen Genuss zu laufen. Dann meldete sich erst die linke Kniekehle das sie zu machen möchte und kurz darauf die rechte, aber zu dieser Zeit traf ich gerade nach und nach alle meine Supporter an der Strecke und konnte etwas reden und mich ablenken. Auch die Eigenverpflegung gab es zu diesem Zeitpunkt und so riss der Flow nicht ab. Auf den Bildern von diesem Abschnitt hab ich festgestellt dass es trotzdem echt gut aussah von außen und mich tatsächlich keiner angelogen hatte. Bei km 30 ist meine Uhr auf Grund von Akkumangel ausgestiegen aber das sollte der einzige Ausstieg an diesem Tag bleiben den ich wollte einfach weiter laufen und das Ding ins Ziel bringen. Mein Schwager kam in diesem Moment vorbei und meinte die Hochrechnung ist sau gut, unter 11 Stunden und ich konnte es nicht glauben den in meinen Kopfrechenspielen war ich irgendwo bei 11:45 im Moment, was wohl dem Laktat  geschuldet war und sagte: OTon “ich will es nicht wissen, ich laufe das jetzt einfach durch und dann schauen wir im Stadion auf die Uhr”
So ging es dahin durch Roth wieder ein paar freudige Supporter getroffen und ab nach Büchenbach. Von dem “Anstieg” hat man viel gehört und daher habe ich etwas Härteres erwartet. An diesem Tag konnte ich den ganzen Marathon durch laufen und machte nur Verpflegungs-geh-pausen was voll auf ging. Also sammelte ich in Richtung Büchenbach weiter fleißig Läufer ein und begab mich auf den Rückweg. Etwa 6km vor dem Ziel kam es mir in den Kopf, was hat Tobi gesagt unter 11 Stunden, hm vielleicht ist da etwas dran. Meine Uhr war ja offline also eine Athletin mit Uhr gefragt welche Uhrzeit wir haben, aber sie konnte mir nicht weiterhelfen da kam von hinten ein Staffelläufer und meinte “Uhrzeit hab ich nicht aber du läufst eine Pace von 4:55 und siehst technisch sauber aus, wenn du willst häng dich dran!” Ich lehnte dankend ab und lies ihn ziehen. Schon ein paar Meter später kam Tim aufgelaufen, ein weiterer Staffelläufer mit scheinbar vielen Bekannten vor Ort und so konnte ich nicht wiederstehen und hängte mich an ihn, denn seine Anfeuerungsrufe pushten mich mindestens genauso. 3km vor dem Ziel etwa sah ich eine große Uhr welche in analoger Form 6 Uhr anzeigt und ich begann unter Laktat erneut zu rechnen:

18:35 Uhr sind 11std, da hast du noch 35min. Vorhin sagten er was von 4:55 also ~15min für 3km da ich nicht viel langsamer geworden bin… das klappt!!!

Jetzt musste ich mich richtig zusammenreissen um nicht heulend über den Rother Marktplatz zu laufen. Die letzten Körner liefen unter purem Adrenalin und Endorphinen aus dem Tank und ich ins Triathlonstadion ein. Hier lasse ich lieber die Bilder sprechen den Worte hatte ich nicht als ich die Zieluhr sah und hab ich nicht wenn ich mir die Zeit anschaue. Ich stehe auch dazu das ich im Ziel endgültig zusammen sank und die Tränen raus kamen, es war eine immense Last die sich über die Wochen des Trainings aufbauen und dann abfällt, wenn man seinen sportlichen Traum (11:15) deutlich unterbietet, schei*** ist das geil.

Zum Abschluss möchte ich sagen es war einfach der eine perfekte Tag den jeder Triathlet sucht und nur möglich weil Ute mich super vorbereitet hat, meine Frau und Familie unterstützt hat und somit der Kopf frei war, kein Druck vorhanden und ganz viele wichtige Leute es irgendwie organisiert bekommen haben mich an der Strecke zu unterstützen.

VIELEN DANK!!!

Micha


Monika berichtet vom IRONMAN Nizza und ITU Hamburg Wasser World Triathlon

IRONMAN Nizza - Das Hitzerennen!

Meine 24. Langdistanz hielt beim Ironman in Nizza einige Überraschungen bereit. Ich hatte mich auf ein Rennen mit warmen Temperaturen und einer tollen Radstrecke mit vielen Höhenmetern gefreut, da ich schon drei Mal in Nizza gestartet war.

Während der Wettkampfbesprechung im wunderschönen Phoenix-Park bei bestem Essen bekamen wir Teilnehmer dann schlechte Nachrichten: wegen der Gluthitze und sehr schlechter Luftbedingungen fielen die Sideevents wie der Girls-Run und der Kids-Triathlon komplett aus, für den Ironman wurde die Radstrecke von 180 auf 152km und die Laufstrecke auf 30km verkürzt. Wenig Begeisterung bei den Teilnehmern, aber die Stadt Nizza hatte es wohl angeordnet, andere Sportveranstaltungen in Frankreich waren komplett abgesagt worden, einige Schulen blieben geschlossen und klimatisierte Räume vorgehalten für Personen mit angegriffener Gesundheit.

Am Raceday um 6.30 Uhr ging es ins Wasser, zuerst die Profis ohne Neo, dann mit dem Rolling Start nach und nach die Agegrouper mit Neo, was mich zunächst wunderte, aber es gab recht kalte Unterströmungen!

Nach gewohnt langsamer Schwimmzeit von 1:27:42 Std. ging es dann endlich auf die Radstrecke. Die Vorfreude war nur von kurzer Dauer – starkes Schleifen des Hinterrades lies mich nach wenigen Metern das erste Mal anhalten. Durch Lösen und wieder Festklemmen Laufrades liess sich die Störung nicht beheben, so dass ich schliesslich die rückwärtige Bremse öffnete, damit ich wenigstens etwas voran kam, das Schleifen war immer noch vorhanden. Mindestens 20x stieg ich ab und versuchte zu „basteln“.

Meine Verpflegung habe ich in Form von gelösten Gels in einer Radflasche dabei, da ich viele Dinge nicht vertrage. In der Lenkerflasche Wasser, dann braucht man nur noch Wasser von der Streckenverpflegung zum Nachfüllen und bei Hitze einige Salzkapseln.

Durch mein sehr langsames Vorankommen fand ich mich bald am Ende des Radlerfeldes wieder, und oh Schreck – an den Verpflegungsstellen gab es kein Wasser mehr! Das hatten sich die Athleten vor mir wegen der Hitze in Massen über den Kopf geschüttet. Es gab fast gar nichts zu trinken mehr, so nahm ich notgedrungen eine Flasche Iso, trank durstig davon – und landete prompt wenig später im Gebüsch wegen Unverträglichkeit. In einem Ort gab es einen Brunnen, an dem viele Radler sich kühlten. Ich nahm das gechlorte Wasser zum Trinken, habe ich überlebt. Auf dem Col d‘Écre, dem höchsten Punkt der Radstrecke, gab mir eine Streckenhelferin netterweise Wasser aus ihrem eigenem Vorrat. Irgendwann bin ich dann bergab „geschlichen“ – ich traute meinem Fahrrad nicht…..nach sagenhaften 7:52:32 Stunden war ich dann in der Wechselzone – unglaublich frustriert.

Laufen ging zuerst gut, bis ich ein Gel zu mir nahm aus dem Gefühl heraus, dass ich auf dem Rad ja fast nichts zugeführt hatte. Nach etwas Gehen ging es dem Magen besser und mit Cola und Abkühlen unter den zahlreichen Duschen konnte ich Kilometer für Kilometer abspulen. Die Laune wurde besser, auch durch die super Volontiers, die richtig Party machten und uns gut versorgten. Nach zwei Runden bekam ich vom besten Supporter der Welt, meinem Mann, den Hinweis, dass ich noch Altersklassenerste werden kann, wenn ich die letzte Runde flott laufen kann. Die Antwort war nicht sehr freundlich, glaube ich. Aber ich legte noch zu und beendete das Rennen mit einer Laufzeit von 3:37:31 Std. und einer Gesamtzeit von 13:19:41 Std. auf dem 1. Platz der AK 65-69.

Auflösung des rätselhaften Radschadens am nächsten Tag: das Rad muss vom Rack gefallen sein nach der Radabgabe, der Bremshebel war kaputt und stellte sich nicht mehr zurück!

Wir flogen erst am darauffolgenden Freitag zurück, genossen noch die Cote d‘Azur und die Wärme.

Deutlich kühler beim ITU Hamburg Wasser World Triathlon...

Am Sonntag, nur 1 Woche nach dem IM, war dann Start beim ITU Hamburg Triathlon über die olympische Distanz. Leider hatte sich für mich die Aussentemperatur halbiert. Das war sehr gewöhnungsbedürftig. Nach dem Schwimmen in der Alster bei 18,5 Grad in 0:33:18 Std. zog ich mir in der Wechselzone Armlinge und Weste mit klammen Fingern an – das dauerte. Das Radfahren war bei kaltem Wind, aber ohne grössere Regenschauer in 1:18:40 Std. mit meinem eilig reparierten Rad vorbei. Die Laufstrecke hatte wieder viele Zuschauer, für die 10km brauchte ich 0:54:13 Std. im Wohlfühltempo. Der Zieleinlauf war wie immer in Hamburg absolut stimmungsvoll. Für das gesamte Rennen mit der längsten Wechselzone der Welt auf dem Ballindamm brauchte ich 2:59:12 Stunden und konnte damit auch hier die Altersklasse Senioren 6 gewinnen.

Schön war auch, ein paar „Mückeltriathleten“ zu sehen, mit Daniela konnte ich im Ziel noch ein paar Worte wechseln.


Der EINE Wettkampf 2019 – Theos Bericht von der Challenge Roth

Wirklich nur einen Triathlon in 2019? Ja, wirklich. Nur ein Rennen: Roth.

Sieben Monate Vorbereitung für diesen einen Tag. Wie immer durch alle Höhen und Tiefen gegangen. Wie immer versucht Familie, Arbeit und Training unter einen Hut zu bringen. Wie immer nicht krankheits- und verletzungsfrei.

Dieser eine Tag fängt um 4 Uhr nach guten 8h Schlaf an. Premiere. Jetzt kann nix mehr schief gehen. Beim Gang über die Brücke kommen die ersten Freudentränen, es werden nicht die letzten sein. Beutel positionieren, Rad fahrfähig machen und dann den Profis zuschauen. Es fängt an zu regnen und fast alle Triathleten suchen sich einen Unterstand. Ist schon witzig, wir sind auch nur Menschen. Neopren an und ab ins warme? Wasser. Es geht los.

Vor einem Jahr habe ich meine Körner im Wasser gelassen. Dummheit. Dieses Jahr fühlt es sich gemütlich an. Ist es auch. Raus aus dem Wasser. Warum bin ich heute zu blöd den Neo schnell auszuziehen. Egal.

Rauf aufs Rad. Heute ist mein Tag. In der ersten Runde übe ich La Ola mit den Zuschauern. Da geht noch was. Solarer Berg. Noch mehr Stimmung als letztes Jahr. Wer hat auf der zweiten Runde den Gegenwindventilator auf maximal gestellt? Egal. An den Verpflegungsstellen frage ich nach Schoko- und Vanille-Eis. Es wird gelacht. La Ola klappt auch super. Ziel erreicht und ich bin auch schneller als letztes Jahr.

Laufschuhe an und es geht los. Streng nach der Uhr die mir 5:30 Tempo anzeigt. Fühlt sich das laaaaangsam an. Egal. Ich bleibe dabei. Gut so. Irgendjemand hat den Ventilator gegen eine Windmaschine am Kanal ausgetauscht. Schwämme und Becher begleiten mich auf dem Weg. Treffe Peter und Michael unterwegs. Vor Büchenbach stoße ich mit den Helfern per Iso Papp Becher an. Sie lachen. Was will man mehr. Dieses Jahr jogge ich den Hügel von beiden Seiten hoch. Ich grinse nur noch und es hört bis zur Ziellinie nicht mehr auf. Dann kommen die Emotionen hoch. Wie jetzt beim Schreiben. Was für ein Tag. Nächstes Jahr wieder? Der eine Tag?


Gustls Bericht von der Challenge Geraardsbergen

Dank frühzeitiger Buchung waren wir in einem kleinen Hotel in Geraardsbergen (Hotel “Geraard”) untergekommen, in dem lauter weitere Tri’s waren.

Am Sonntag ging’s mit einem Bus-Shuttle für die Athleten und deren Begleitung rechtzeitig zum Schwimmstart – für mich um 11:08 – wo zuvor alle 3 Wechselbeutel abgeliefert werden mussten. Das war alles total gut organisiert und echt entspannend.

Nach den Pro’s dann der Startschuss (Massenstart) für die AK-Frauen, AK-Männer 65+ und Handcycling. Etwas sonderbar bin ich mir mit 2 anderen “Grauköpfen” bei den feixenden Mädels schon vorgekommen. Ich habe die 1,9km in schwachen 53min. – Asche auf mein Haupt und bis Almere werde ich noch einige Trainingseinheiten absolvieren – hinter mich gebracht und bin zwischen lauter schnelleren AK-Männern aus dem Wasser gestiegen. Die anderen “Alten Herren” saßen da schon auf dem Rad und holperten über die Betonpiste, die auf den ersten Kilometern auf uns wartete.

Die Radstrecke war ein Rundkurs über ca. 42km, der 2x durchfahren werden musste und jeweils am Ende über die “Muur” führte: 1,2 km Kopfsteinpflaster, 90 Höhenmeter mit bis zu 20% Steigung! Bei der ersten Überquerung hatte ich einen “Graukopf” eingeholt, die anderen muss ich dann auf der 2.Runde eingesammelt haben. Unterwegs führten viele schmalere Asphaltstrecken durch Wiesen und Felder, die größeren Straßen waren alle halbseitig für uns gesperrt. Es gab einige längere Anstiege, die bekannteren Berge waren alle vorher mit Namen, Streckenlänge, Steigung angekündigt.

Nach der zweiten Muur-Überquerung ging es für mich nach 03:09:54 Std. rechts ab noch 2 km in die Wechselzone, wo man sein Rad abstellte. Es wurde dann von Helfern zu einem abgesperrten Platz in einem Hinterhof gebracht, wo später auch der Bike-Check-Out mit den Wechselbeuteln war.

Aus der Wechselzone ging’s dann auf einen 7-km-Rundkurs, der 3x durchlaufen werden musste. Nach 300m kam direkt ein steiler Anstieg über Kopfstein-Pflaster zum Markt hoch, wo auch das Ziel war. Zunächst aber links abgebogen auf die Laufstrecke, die ebenfalls einige weitere Anstiege hatte, teils auch am Fluss entlang und durch kurze Waldstrecken führte. Ein wenig erinnerten die Waldabschnitte an die Laufstrecke in Rügen. Vor dem Ziel musste der Anstieg ein drittes Mal bewältigt werden, dann ging es rechts ab auf den Marktplatz und nach 02:13:44 Std. ins Ziel. Tolle Stimmung! Übersichtliche Erholungszone, die “Familienzusammenführung” war auf Grund des kleinen Marktplatzes sofort erkennbar. Dort gab es auch das Finisher-Shirt und die grünen Wechselbeutel mit Wechselwäsche. Die anderen Beutel gab’s beim Bike-Check-Out etwa 200m bergab in der WZ2.

Vielleicht ist es für es für den Ein oder Anderen hilfreich, die über einen Start in Geraardsbergen nachdenken. Ich kann das Rennen nur empfehlen. Die Ardennen sind landschaftlich schön, die “Muur” schon wegen des Kopfsteinpflasters recht anspruchsvoll, aber ich habe keinen schieben gesehen. Die Meisten im Wiegetritt, aber ein paar Cracks haben den Anstieg offenbar im Sitzen bewältigt.


BAUR Triathlon - Michas Vorbereitungsrennen für die Challenge Roth

Das traditionelle Pfingstevent konnte in diesem Jahr unter besten Wetterbedingungen und angenehmen 18 Grad Wassertemperatur stattfinden. Da es ein fester Bestandsteil in meinem Triathlonjahr ist und ich auf eine Mitteldistanz in der Vorbereitung auf Roth verzichte, stellt diese olympische Distanz meinen einzigen Wettkampftest vor Roth da. Natürlich ist es von der Belastung etwas ganz anderes und ist schwer zu vergleichen aber genau aus diesem Grund habe ich mich für diesen Weg entschieden. Etwas Wettkampfluft schnuppern, Material im Einsatz testen und keinen mentalen Druck verspüren wenn nicht das erhoffte Ergebnis raus kommt.

Nun zum Rennen: olympische Distanz da ist das Motto klar! Von Beginn an kontrolliert aggressiv im oberen Pulsbereich sich bewegen.  Der Schwimmstart lief reibungslos und da die ersten 1000m mit der Strömung geschwommen werden ist das Tempo auch schnell gefunden. Allerdings merkte ich schon das der “neue” Neo etwas anderes ist, zwar mit guter Wasserlage aber die Arme wurden schnell schwer, was mich dazu brachte etwas Druck raus zu nehmen und ein Tempo zu finden welches auch in Roth möglich ist. Schnell gefundenes Tempo und sehr gute Orientierung machten das Schwimmen zum Genuss. Hinten raus erhöhte ich dann nochmals den Druck und konnte so noch einige Schwimmer überholen als es gegen die Strömung ging.
Schnelles Wechseln war heute nicht das Ziel, sonder eher der Ablauf und mal das Aufsteigen mit Schuhen am Rad üben. Alles in Allem haben beide Wechsel doch gut und zügig geklappt.
Die Radstrecke ist etwas Eigenes und sehr unrhythmisch. Gleich zu Beginn der Runde (welche 4mal gefahren wird) geht es durch einen Kreisel und dann den Kirchberg hoch, entweder ganz langsam oder mit etwas Mut durch den Kreisel und das erste Drittel geht mit Schwung 🙂 anschließend kommt ein welliger Abschnitt der dich mental fordert da immer Gegenwind ist, aber auch hier konnte ich die Erfahrung der letzten Jahre einbringen und immer wieder Lücken schließen. Dann heißt es  Aeroposition und Drücken für 5km bis zum nächsten hügeligen Abschnitt. Hier lief es überraschend gut, die 3000km Rolle zeigen Wirkung. Die letzte Abfahrt  der Runde schlängelt sich durch einen kleinen Ort macht aber Mega Laune, wenn da nicht die unsicheren Triathlonradler unterwegs sind. Also immer schauen das nach vorne Platz ist und Bremse auf, der Schwung wird mit genommen. 3 Runden lang hatte ich eine gute Gruppe in der wir uns pushen konnten, leider musste ich diese in Runde 4 etwas ziehen lassen, bin aber mit dem Radsplitt zufrieden.
Laufen ist mein Ding also ging ich auf dem flachen Kurs deutlich unter der Racepace für Roth an und wollte den Akku auf jeden Fall im Ziel leer gelaufen haben. Es ging gut los und ich konnte auf den ersten 4 km alle aus meiner Radgruppe überlaufen, allerdings merkte ich auch dass es nicht leicht wird das Tempo zu halten. Der Ehrgeiz lässt es aber nicht zu, die gewonnen Plätze so leicht her zu geben und ich konnte durch schnelle Verpflegungsstellen, wie auch die Unterstützung am Streckenrand das Tempo hoch genug halten um die anderen Athleten in größere Probleme zu bringen als mich.
War der Akku im Ziel leer??? OH, JA das war er!!!
Im Ziel und die Stunden danach war ich gar nicht gut drauf und diese kurzen Distanzen tun echt anders weh als das lange Zeug. Im Nachgang bin ich echt zufrieden mit dem Rennen. Die persönliche Bestleistung über diese Strecke könnte ich immerhin um 14min verbessern.

Wir sehen uns in ROTH
Micha