Monique mit Rang 10 in Zürich

Anfang Woche waren für Sonntag gute 27 Grad gemeldet und man musste sich im Kopf erneut auf ein Hitzerennen einstellen. Jedoch die Woche über haben sich die meteorologischen Voraussagen ziemlich verändert. Nach einem Dauerregentag am Samstag, war ich froh, dass es am Sonntag zumindest nicht den ganzen Tag durchregnen sollte. Eins war aber klar, es wird ein sehr kühler, nasser und grauer Tag werden….

SoIM Zürich See war es auch. Zumindest konnte man sich in der Früh ohne Regen aufwärmen und die Wechselzone, Rad vorbereiten. Pünktlich um 06:45 Uhr fiel der Startschuss beim Schwimmen. Nachdem ich seit Anfang Juni mit Asthmaproblemen zu kämpfen hatte und im Schwimmen doch einen rechten Trainingsrückstand eingefangen habe, war für mich das Schwimmen die grosse Unbekannte. Mit der Zeit von 1:09h war ich jedoch dennoch unter meinen Erwartungen, auch wenn im Nachhinein betrachtet, die Schwimmzeiten durchs Band eher langsam waren. Ich wollte jedoch nicht lange Hadern. Mein Ziel war es am Sonntag eine Disziplin nach der anderen sauber durchzugehen und vor allem auf dem Marathon am Ende noch einmal alles zu geben und zu schauen, wie weit nach vorne ich noch durchdringen kann.

Auf dem Rad lief es mir ganz gut – die erste Runde ging ich zurückhaltend an, um genügend Kräfte für die zweite Runde mit erneut 650HM zu sparen. Bei Km 120 war ich auf 5:10h Kurs. Nach rund 130km spürte ich jedoch, wie meine Kräfte nachliessen, der Kopf wurde etwas schummrig und es wurde schwieriger die Konzentration zu halten. Die Kälte und zum Teil Nässe zerrte mehr an den Kräften als erwartet, der Magen fühlte sich einerseits hungrig an, andererseits wollte er nicht mehr so richtig feste Nahrung aufnehmen. So stellte ich kurz vor den letzten Steigungen noch auf PowerGels um und war gespannt auf dem kommenden Marathon.

Obwohl ich auf dem Rad entkräftet ankam, lief es mir auf dem Marathon von Beginn weg absolut rund. Nie hätte ich das so gedacht, aber umso besser. Ich lief rund und locker und die guten Trainingswerte im Laufen, schienen sich auszuzahlen. Meine Trainerin Ute stand an der Strecke und motivierte mich immer wieder die Pace hochzuhalten. Gegenüber den anderen Athletinnen konntIM Zürich Rad2e ich nämlich nach vorne Zeit gutmachen. Bei Km 25/26 fühlte sich mein Kopf plötzliche wieder dusselig an und plötzlich schien ich auch fast den Boden unter den Füssen zu verlieren. Energie musste her – sofort. So nahm ich innerhalb von 3km gerade 2 ganze PowerGels zu mir, viel Cola, Iso und Wasser. Der schwere unsichere Schritt wurde langsame wieder runder und leichter, dennoch waren die letzten 15km harte Arbeit. Am Ende war ich super zufrieden als 10. in einer Zeit von 9h56. das Ziel zu erreichen und noch mehr freute ich mich über die tolle Marathon- und neue Bestzeit von 3h16 ;o)!

Ein riesen grosses Dankeschön an meine Trainerin Ute – deine Unterstützung war mir unheimlich viel Wert. Heute aucAlles_Liebe_Herzenh ein grosses Happy Birthday!!!

Herzlichen Dank auch an alle die mich vor, während und nach dem Rennen unterstützt, angefeuert und gratuliert haben. Danke auch speziell an die UM-Jubelgruppe. Auch an meine Eltern, mein Mann und ganze Familie herzlichen Dank für die Unterstützung.

Und nicht zuletzt auch ein riesen grosses Dankeschön an meine Sponsoren, Gönner und Partner für die tolle Unterstützung.

Die nächsten Tage werden der Erholung gewidmet sein – Compex, Compex, Compex ;o).

Liebe Grüsse Monique

Mein erster Marathon

Eine Geschichte über alternatives Tapering, einen arbeitsreichen Tag für den Mann mit dem Hammer und die Frage, warum eigentlich nach 42,195km schon Schluss ist.

Prolog

Im Juli 2013 entschied der kleine Thomas, auch mal etwas länger zu laufen und wählte für dieses Unterfangen den 20. Juli 2014 aus. Beim Challenge Roth, in der Staffel sollte es also meine Premiere über die Marathondistanz geben. Ute – die beste Trainerin überhaupt – fand den Ansatz cool, nicht ohne darauf hinzuweisen, dass ich anschließend drei Wochen platt sein würde. Da könnt ich ja dann mal Urlaub machen, dachte ich mir und so wurde es beschlossen.

Vorbereitung

Als Triathlet hat man es in der Marathonvorbereitung gut: das Schwimmen macht die Beine locker und auf dem Rad lässt sich wunderbar Grundlage basteln. Die ganz ganz langen Läufe kann man sich also schenken. Aber Ute wäre nicht Ute, würde sie nicht jeden Lauf mit etwas Renntempo garnieren. Überhaupt hat sie immer einige nette Ideen parat, um das Lauftraining „abwechslungsreich“ zu gestalten! Einige Rennen im Frühjahr dienten als Standortbestimmung und auch der ein oder andere Triathlon vor der Haustür brachte Abwechslung in die Vorbereitung. Nur wenige Ausnahmen störten die Kontinuität im Formaufbau, womit ja schon mal was auf der Haben Seite stand.

Tapering

Was hab ich nicht alles gelesen, gehört und auch schon selber ausprobiert, wenn es um die letzten Tage vor dem Rennen geht! Da mal noch eine kurze, knackige Einheit eingeschoben, die letzte lange Belastung vielleicht diesmal doch einen Tag früher ansetzen, oder gar noch ein Vorbereitungsrennen über 10km? Dazu eine komplex abgestimmte Abfolge aus Sauna, Kneippanwendungen und Physiotherapie. Ernährungstechnisch darf natürlich kein Detail vergessen werden; aufs Gramm genau wollen Chili, Chia Samen, Ackerschachtelhalm und weitere siebenhunderteinundfünfzig – weitgehen streng geheime – Zutaten ausgewogen kombiniert werden. Jegliche Aufregung, die nicht der mentalen Einstimmung auf den Tag X dient, gilt es gewissenhaft zu vermeiden und vorsichtshalber könnte man noch das Heim Feng Shui mäßig aufpeppen.

Diesmal hab ich es ganz anders gemacht: ich hab mir einfach eine Woche vor dem Rennen eine Erkältung organisiert. Damit war alle Geheimwissenschaft obsolet und in den Vordergrund rückte einzig die Frage ob oder ob nicht. Und wenn nicht, wer dann? Für den Fall der Fälle fand sich im besten Team der Welt bald ein Joker für den Laufpart unserer Staffel. Mit dieser Sicherheit konnte ich ohne Druck entscheiden. Glücklicherweise brachte die Woche vor dem Rennen zunehmend Besserung: am Donnerstag war klar, dass ich anreise, am Freitag war ich mir sicher, dass ich starten kann. Am Samstag vor dem Rennen standen die organisatorischen Dinge und ein kurzes Treffen mit Ute, Thomas und einigen Teamlern auf dem Programm. Dann hieß es Schatten suchen und nochmal gut ausruhen.

Auf die Plätze!

Pünktlich zu meinem Frühstück hatte ich schon Marions Vollzugsmeldung vom Schwimmen per SMS bekommen. Sie hat Isabella pünktlich auf den Radpart geschickt. Auch ich begab mich dann rechtzeitig auf den Weg zur Wechselzone, in der ich bald den Zeitmess-Staffelstab-Chip von Bella übernehmen sollte. Kaum war ich da, hör ich eine vertraute Stimme „servus Thomas“ sagen und sah sogleich eine leicht zerzauste und etwas mitgenommene Katharina vor mir stehen. Wir hatten immerhin gut 30°C und der Wind kam wohl auch eher von vorne, so hatte Keuli auf dem Rad schon allerhand zu tun, bis sie sich auf der Wiese ein paar Minuten ausstrecken durfte.

Fertig!

Nach einer kurzen – wie ich finde für die Witterung absolut angemessenen – Verspätung gegenüber dem Zeitplan, traf Bella ein, deren Laufstil auf den letzten paar Metern zum Wechselplatz vom Untergrund, den Radschuhen und der nicht unerheblichen Vorbelastung geprägt war. Nach einer herzlichen Begrüßung fummelte ich das Klettband von ihrem Knöchel ab, während Bella mir eine kurze Zusammenfassung des bisherigen Rennverlaufs gab. Hinreichend informiert machte ich mich dann auf meine Reise Richtung Ziel.

Los!

Ich war fast ein bisschen enttäuscht, dass der Start eines (für mich) so bedeutenden Rennens letztendlich doch so banal und wenig feierlich daher kommt. Routiniert, ohne Rückwärtszählen, Highway To Hell oder wenigstens einen klitzekleinen Faschingspistolenstartschuss. „Your Journey starts here“ sprach ich also zu mir selbst und ermahnte mich zu einem disziplinierten Rennbeginn. Wie es sich für eine Premiere gehört, hab ich die (trainingsmethodisch nicht unnütze) Zielzeit in meinem Gedächtnis gelöscht. Und wie es sich für eine Staffel gehört, habe ich dem Finishen oberste Priorität eingeräumt. Also gings erst mal kontrolliert los und schon kurz nach dem Start treffe ich Uta und Carsten, die mir mit wenigen Minuten Abstand entgegenfliegen.

An der Lände treffe ich Ute, die mich ein paar Meter begleitet und mir nochmal ein schönes Rennen wünscht. Später kommen mir noch Nadja, Bernd, Axel und Peter entgegen und möglicherweise hab ich weitere Teamler schlicht übersehen, denn es ist ganz schön was los auf der Laufstrecke!

Ich bin super ins Rennen gekommen, hab einen angenehmen, groovigen Rhythmus und genieße den Lauf und die Wärme (ja, ich mag das gerne, echt!). An den Verpflegungsstationen gehe ich einige Meter, nehme dabei ein Gel, etwas Wasser und im Wiederanlaufen noch zwei Schwämme. Auf der gegenüberliegenden Seite vom Kanal radelt Marion, läutet mit der Kuhglocke, winkt und ruft mir zu.

Bei km 10 hab ich fast genau eine Stunde auf dem Tacho und finde das o.k. Jetzt geht’s durch Schwanstetten und irgendwie kennen mich hier alle. Wir haben schon bald halb sieben, die Profis sind längst im Ziel und auch die Zuschauer haben schon einen langen Tag hinter sich. Trotzdem werde ich angefeuert und bejubelt als gings um die Olympiade. Und alle anderen, die mit mir unterwegs sind ebenso. Phantastisch! Roth ist ein Heimspiel für alle Teilnehmer. In Roth kommt man nicht an, in Roth taucht man ein!

Auf dem Rückweg zur Lände fährt Marion immer mal ein kleines Stück neben mir, erzählt vom Schwimmen und wie es bei den anderen Teamlern bisher lief. Wir vereinbaren, dass wir nachher zu dritt ins Ziel laufen, worauf ich mich sehr freue! Inzwischen regnet es leicht, was die Kühlung erleichtert. Noch vor der Lände kommt mir Madonna Buder entgegen, für die es heute leider nicht für die komplette Strecke reichen wird. Meine zweiten 10km gehen geringfügig schneller rum und bei knapp 2:05 hab ich Halbzeit. Es läuft jetzt richtig gut und ich genieße meinen Lauf.

Der Mann mit dem Hammer

An diesem Sonntag hat einer ganz besonders viel zu tun: der Mann mit dem Hammer. Heiliger Strohsack! Der hat echt ganze Arbeit geleistet. Zunehmend bin ich am Überholen und die Zahl der Fußgänger nimmt zu. Dabei versuchen einige noch verbissen weiter zu laufen, andere nehmen´s locker und wandern eher vergnügt zu dritt oder zu viert dem Ziel entgegen und unterhalten sich angeregt. Viele Mitstreiter, die mich auf den ersten paar Kilometern abgehängt haben, hole ich jetzt wieder ein. Für mich hat er heute keine Zeit, der Mann mit dem Hammer. Ich nehm es ihm nicht übel!

In Eckersmühlen passiere ich Kilometer 30 in 2:57. Es läuft prima und ich denke, ich könnt mal ein bisschen auf die Tube drücken. Tja, netter Versuch. Schon bald bahnt sich Seitenstechen an und ich schalte einen Gang zurück. Ah ja! Gleich geht’s wieder besser… Letzte Wende und wieder zurück durch Eckersmühlen, nun ist es nicht mehr wirklich weit. Auf dem Weg zurück zur Lände kommt nun doch noch der Lehrling vom Mann mit dem Hammer bei mir vorbei. Er hat aber nur ein kleines Hämmerchen, mit dem er mir unbeholfen auf die Knochen haut. Das beschert mir nun zwar orthopädisch etwas Ungemach, lässt mich aber insgesamt doch eher unbeeindruckt.

End“spurt“

Von der Lände weg geht’s erfreulicherweise bergab und schon bald komm ich wieder nach Roth hinein. Es ist 21:00 durch und die Atmosphäre ist immer noch phänomenal! Ich kann das Stadion schon hören, darf aber noch nicht abbiegen; noch eine Schleife durch den Ort, bergab über Kopfsteinpflaster und dann natürlich auch wieder bergauf. Oh oh, das ist hinten raus doch noch mal ein zähes Stück bis es endlich um die letzte Kurve und übers Bahngleis geht.

Und da stehen schon Marion und Isabella und jubeln mir entgegen! Bella legt gleich mal ein respektables Tempo für den Zielsprint vor und wir haben ein unbeschreibliches Finish. Jubel, Blitzlichter, unsere Kuhglocke und im Ziel steht Timo Bracht und verteilt Medaillen. Uns ziehts eher zum Erdinger Stand und zur nächstmöglichen Sitzgelegenheit. Geschafft! Ich bin überrascht, dass es eigentlich gar nicht so schlimm war. Natürlich bin ich froh, im Ziel zu sein. Andererseits ist es ein bisschen so, wie wenn man ein wirklich gutes Buch fertig gelesen hat und es zuklappt – irgendwie schade, dass es schon vorbei ist.

Der Tag danach

Frag nicht! Der Mann mit dem Hammer hat sich gerächt, dafür dass ich ihm am Sonntag entkommen bin. Der humorlose Spielverderber hat seine Kumpels mit dem Betonmischer geschickt, die aus meinen Beinen über Nacht Brückenpfeiler gemacht haben.

Ich glaub, ich mach jetzt erst mal Urlaub!

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Einen Ironman zum Geburtstag

Der Ironman France in Nizza war mir aus den Jahren 2006 und 2010 in guter Erinnerung geblieben,nicht zuletzt wegen des perfekten Wetters! Sonne, Berge und Meer, eine gute Mischung!

Also „ schenkte“ ich mir die Teilnahme zum Geburtstag, da er diesmal am 29. Juni stattfand!

 

Am Raceday zeigte sich das Meer von seiner besten Seite, Wasser und Luft waren warm, die wenigen Wellen gut zu händeln. Der neue Neoprenanzug schien fehlendes Schwimmtraining zu ersetzen, so dass ich nach gewohnter Schwimmzeit mich im Stau Richtung Wechselzone wiederfand. Der Treppenaufgang zur Promenade war viel zu schmal für die vielen Athleten!

 

Endlich auf dem Rad! Nach kurzer Fahrt aus der Stadt heraus ging es bald in die Berge, dann auch auf den 20km langen Anstieg zum Col de l`Ecre, ca. 1100m hoch. Die ersten Wolken zogen auf, es war sehr warm. Mit Beginn der ersten Abfahrt regnete es erst leicht, dann heftig. Es blitzte. Die Radstrecke wurde sehr rutschig, es kühlte sich ab auf 11 Grad! Blau gefroren und vor  Kältezittern das Rad nicht mehr unter Kontrolle habend, wollte ich aus dem Rennen aussteigen.

Aber wegen der vielen Radstürze hatte niemand Zeit für mich. An der nächsten Verpflegungsstelle gab es zugeschnittene Mülltüten als Kälteschutzwesten. So rettete ich mich zurück in die Wechselzone, nach etwas enttäuschenden 7:12:29 Stunden Radfahren.

 

Es hatte aufgehört zu regnen. Die Sonne schien wieder, die aufsteigende Feuchtigkeit sorgte für Schwüle. Der Marathon wird in Nizza auf der Promenade d`Anglais gelaufen in 4 Runden, immer bis zum Flughafen und zurück. Die Zuschauer stehen zahlreich an der Strecke und sorgen für Superstimmung.Die Kälte auf dem Rad hatte an meinen Kräften gezehrt, auch hatte ich mich schlecht ernährt auf der Radstrecke. Wegen des Kältezitterns hatte ich mich kaum noch getraut, eine Hand vom Lenker zu nehmen.

 

Jetzt, beim Laufen, nahm ich an jeder Verpflegungsstation gehend alles zu mir, was ging!  Schon bald zogen wieder Wolken auf. Es gab ein schweres Gewitter mit Regen und Hagel. Als ich nach 4:38:38 Stunden den Marathon auf der wunderschönen Finishline beendete, war es dann wieder Sommer!

Die Gesamtzeit von 13:35:55 Stunden enttäuschte mich nur so lange, bis ich wusste, dass ich die AK 60 gewonnen hatte.

Besonders gross war die Freude dann bei der Siegerehrung am nächsten Tag, als man mir mitteilte, dass ich den Streckenrekord für meine Altersklasse um fast 2 Stunden unterboten hatte!

Das war also fast ein 4-Jahreszeiten-Triathlon, nur der Schnee fehlte!!!

 

Von Monika Wille

Moniques Bericht vom Teamwettkampf in Heilbronn

Ein herrliches Wochenende wartete auf uns für den Teamwettkampf in Heilbronn. Für mich war die Teilnahme ein sehr kurzfristiger Entscheid. Da ich meine Wettkampfplanung etwas umgestellt hatte, tat sich plötzlich die Möglichkeit auf in Heilbronn teilzunehmen. Auch hatte ich es zeitlich noch nie geschafft an einem offiziellen Teamwettkampf teilzunehmen und so wollte ich mir diese Gelegenheit nicht entgehen lassen.

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Die Anreise am Freitag verlief für mich reibungslos, dennoch war ich nach rund 4.5Std. Autofahrt froh, endlich die Beine wieder etwas bewegen zu können. Im Hotel wurde ich sehr freundlich begrüsst und bedient. Dann ging es ab zum Treffpunkt Starbucks und zum Chillen.

Zum Abendessen wurden wir von Axel und Freunden verwöhnt mit herrlichem selbstgefangenen Forellen und leckeren Spezialitäten aus der Region. Zum Glück gab es da keinen Fernseher und so wurde ich verschont vom Spiel Schweiz-Frankreich (2:5) und konnte wohl einige graue Haar vermeiden ;o). Froh war ich dann doch, endlich ein Bett zu haben und den langen Tag ausklingen zu lassen.

Am Samstagmorgen ging es erst einmal zum Schwimmen in einem nahgelegenen Freibad. Unter der Anleitung von Ute konnten wir noch ein paar Längen als Einstimmung auf dem Wettkampf schwimmen. Später wurde in der Gruppe noch eine kleine Runde auf der Radstrecke gedreht und noch ein paar Kilometer gelaufen. Dann hiess es nur noch – ausruhen, Rad einchecken und essen!

Am Sonntag in der Früh ging es zum Frühstück – die Sonne lachte uns bereits an, jedoch sollte es kein drückend heisser Tag werden – einfach nur schön!

Der Startschuss zum Schwimmen fiel kurz nach 9Uhr. Es war doch ein rechtes Getümmel im Necker-Kanal und zum Teil wusste ich kaum, wo ich langschwimmen sollte, man musste fast anstehen, um vorwärts zu kommen. Die Schwimmzeit wurde dann auch nicht besonders gut, aber zum Glück hatte sich meine Uhr im Getümmel ausgeschalten und so ging ich ahnungslos aufs Rad.

Hier lief es mir recht gut und obwohl mir diese Stop-und-Go Strecke nicht so besonders liegt, fühlten sich die Beine vorerst recht gut an. Ab Kilometer 40 war damit jedoch fertig und die Beine gingen nach den kurzen Anstiegen nicht mehr wie gewollt auf. So hatte ich die letzten 30km noch etwas zu beissen.

Auf der abschliessenden Laufstrecke fand ich schnell meinen Rhythmus. Mehr ging nicht, jedoch konnte ich einen gute Pace durchlaufen und war am Ende mit meinem Aufbauwettkampf und dem 10. Gesamtrang sehr zufrieden.

Viel Spass hatte ich jedoch vor allem mit den Teamleuten. Es war sehr schön euch alle wiederzusehen und neben dem Wettkampf auch noch etwas Zeit für Spässe und gemütliches Beisammensein zu erleben.

Herzliche Dank auch an Ute für die super Betreuung, an Alex für die schönen Bilder und Thomas für den Motorraddienst – war echt cool einen eigenen Fotografen inkl. Motoradfahrer im Rennen zu haben ;o).

Viele Grüsse Monique

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„Wieso machst du das denn mit den Marathons immer wieder?“

…diese berechtigte Frage stellte mir meine Chefin vor zwei Wochen im Rahmen des niedersächsischen Behörden(staffel)marathons, als ich kurz vorm Start wieder meiner obligatorischen Phobie freien Lauf ließ und rumjammerte, dass ich eigentlich nur Trainingsweltmeisterin wäre, aber keine Wettkämpfe mögen würde.

Der Satz schoß mir wie ein Mantra durch den Kopf, als wir uns relativ spontan am 29.Juni an den Start des „Kustmaran“ (Küstenmarathons) in Kristianopel (Südschweden) begeben hatten, weil wir gerade 2 Autostunden entfernt in Smaland Urlaub machten und naiverweise dachten „Ach, kann man ja mitmachen, sieht man mal etwas anderes…“, und es -entgegen der Wettervorhersage- stark regnete und das Teilnehmerfeld mit circa 60 Personen sehr übersichtlich war und sich entsprechend schnell auseinanderzog.

Abgesehen von dem Regen, der uns die kompletten 42,… Kilometer begleitete, waren auch die weiteren Voraussetzungen denkbar schlecht und im Nachhinein kann man über unsere „Arroganz“ („Ach, so ein lockerer Marathon wird schon gehen.“) eigentlich nur den Kopf schütteln. Birte hatte sich einen Tag vorher noch einen Wirbel ausgerenkt und das Gangbild von „Donald Duck“, dazu hatten wir die letzten Tage weder getapert noch auf eine gesunde Ernährung geachtet und ich den Abend vorher noch mit Sekt, Bier und Schnaps sowie Pfifferlingen und reichlich Knabberzeug genossen.

Das rächte sich dann schnell ab Kilometer 15, als ich deutliches Magengrummeln bekam und fortan für den restlichen Marathon damit beschäftigt war, drohenden Durchfall durch „Wegatmen“ zu ignorieren und anstelle der geplanten Gels ausschließlich Wasser und zum Ende etwas Cola zu mir nahm, was natürlich nicht gerade förderlich für den Energiehaushalt und Laufrhythmus war. Durch Birtes Rückenprobleme verkrampfte ihre Oberschenkelmuskulatur und da es weder Zuschauer noch sonstige Abwechslung auf der 21,1 km Wendepunktstrecke parallel zur Küste auf einer befahrenen Straße gab, stellten sich bei uns beiden ziemlich schnell Gedanken ans Abbrechen ein.

Wäre da nicht kurz vorm Halbmarathon plötzlich und völlig unerwartet von hinten eine Frau angelaufen gekommen, hätte uns überholt und damit unseren Ehrgeiz geweckt, weil wir dann auch an den entgegenkommenden Läufern sehen konnten, dass bisher nur eine Frau vor uns war und wir somit gute Chancen auf eine Platzierung hatten. So mobilisierten wir am Wendepunkt ein paar noch vorhandene Kräfte, zogen das Tempo an und an der anderen Frau wieder vorbei. Den Abstand galt es erst einmal ein wenig auszubauen und zu halten, was uns so angeschlagen einiges abverlangte, aber letztendlich tatsächlich mit dem 2. und 3. Platz bei der sehr gut und liebevoll organisierten Veranstaltung belohnt wurde.

Es war für uns beide ein psychischer und physischer Kraftakt und letztendlich wohl eine mentale Höchstleistung, die wir wahrscheinlich ohne die „vermeintliche Konkurrentin“ nicht gemeistert und den Marathon vielleicht nicht einmal beendet hätten.

Und das ist der Punkt, auf den ich hinaus möchte. Ein Marathon ist und bleibt eine Distanz, vor der man immer Respekt behalten sollte, weil man nie weiß, was alles in so einem Wettkampf passieren kann und es ist ein unvergleichbares Gefühl, wenn man an seine Grenzen stößt und diese überwinden und über sich hinauswachsen kann. Es war für uns beide keine Bestzeit, was auch weder gewollt oder zu erwarten noch realisierbar gewesen wäre, aber für die gegebenen Umstände mit Zeiten zwischen 3:30 Stunden und 3:35 Stunden waren wir selten so stolz auf ein Finish und den gewonnen „Inneren Kampf gegen den Schweinehund“.

Und dieses Wissen stärkt einen weit darüberhinaus auch für den beruflichen und privaten Alltag… und das ist es wohl, warum ich es -trotz der Panik vorm Start, der Quälerei im Rennen und der Schmerzen am Tag danach- immer wieder mache.

 

Tina Bernhardt

wie ich 3. letzter beim 5km Lauf wurde…

…und dennoch der vermutlich glücklichste Finisher.
Manchmal bedarf es keiner persönlichen Bestzeit oder dem Besiegen seine „Erzrivalen“ um einfach glücklich ins Ziel zu kommen. So ging es mir vor 2 Wochen.
Vor knapp 4 Monaten hat meine Freundin mit dem Laufen angefangen. Bei null sozusagen und sie hatte vor 2 Wochen ihren ersten Lauf. Eigentlich war geplant, dass ich bei diesem Wettkampf den ebenfalls angebotenen 10km Lauf absolviere, da ich aber leider die Wochen  davor gesundheitlich nicht fit war haben Ute und ich uns entschieden diesen Vorbereitungslauf auszulassen. Ich entschied mich also dafür als persönlicher Motivator mit meiner Freundin mitzulaufen.

Der Testlauf eine Woche vorher auf flacher Strecke zuhause lief gut und wir blieben knapp unter 40 Minuten, was ich schon super fand. Der Kurs in Pleidelsheim ist leicht wellig und sehr windanfällig, ich war aber überzeugt, dass wir das gemeinsam schaffen werden.

Wir konnten den Lauf letztendlich in einer grandiosen Zeit von 34:27 absolvieren, was mich total überraschte und dazu zwingt noch eine Massage einzulösen (bei Kilometer 3 war ich so leichtfertig ihr zu sagen, dass sie eine bekommt wenn sie unter 35 Minuten bleibt:-)).

Das wichtigste an diesem Tag war allerdings mal wieder zu sehen, dass nicht Platzierungen das wichtigste sind, sondern dass jeder seine persönlichen, für sich wichtigen Zieleerreicht…und sei es nur ankommen.

Am Ende war ich mächtig stolz und wie gesagt einer der glücklichsten im Ziel, trotz meines 3. letzten Platzes.

Wenn der Vater mit dem Sohn…

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ja, die Saison rückt immer näher. Die ersten kleinen Wettkämpfe stehen an und die Vorfreude wächst
langsam aber stetig. So auch bei uns… ja bei uns, denn in diesem Jahr möchte unser kleiner Lars auch
Wettkampfluft schnuppern. Als ich in fragte, ob er neben dem Fußball nicht mal Lust hätte mit mir zusammen
so einen „Triathlon – Ding“ zu machen, wurden die Augen groß und die Mimik deutete auf Begeisterung und
Unsicherheit zugleich. „Das habe ich doch noch nie gemacht!“ – „dürfen das auch Kinder?“ –
„Wie viel muss ich denn da machen?“ Wir haben nicht lange gezögert und den Crossduathlon in
Schleiden als optimalen Start ausgesucht. Das Training hat begonnen und nachdem Ute ihm spontan
noch Teamkleidung spendierte wuchs der Stolz und die Augen glänzten … nicht nur beim Sohn (Ute –  lieben Dank dafür!)
Er startet Anfang April im im Kid’s Cup und ich weiss jetzt schon, das ich wahrscheinlich aufgeregter sein werde als er;)
Die Saison kann kommen und mal sehen ob er Spaß an unserem Sport haben wird.
Wir wünschen euch allen einen tollen Start in die Saison, viel Spaß und Erfolg – wo ihr auch immer sein werdet!
liebe Grüße die Paxe!
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Monique über ihr IM-Rennen in Mexiko

      Rennbericht Ironman Cozumel Mexiko vom 1. Dezember

In einem klasse Starterinnenfeld konnte ich beim Ironman Cozumel eine Top10 Platzierung erreichen. Als 9. in einer Zeit von 9:29.57std. überquerte ich die Ziellinie in einem sehr windigen und heissen Rennen ;o).

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Die mexikanische Sonne, die karibischen Strände und eine leichte Meeresbrise hiessen uns in Cancun willkommen, bevor es dann mit der Fähre noch auf die Insel Cozumel hinüberging. Nach einer rund 24Stündigen Reise bin ich müde, aber glücklich im Hotel angekommen.

Die Vorbereitung auf dem Wettkampf lief sehr gut und das all-inclusive Buffet zeigte sich in einer Vorbereitungswoche als ideal – so konnten wir eigentlich den ganzen Tag hindurch essen, wann immer uns danach war ;o).

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In den ersten Tagen war das Meer ruhig und das Schwimmen äusserst angenehm. Dann ab Mitte Woche drehte der Wind, wurde deutlich stärker, das Meer unruhiger, die Wellen höher und die Strömung, welche sowieso schon besteht, immer stärker. Die beiden Testschwimmen von Freitag und Samstag wurden aufgrund der starken Strömung abgesagt, der Hafen sogar für kleine Schiffe gesperrt und die Athleten fragten sich immer mehr, was wohl am Wettkampftag mit dem Schwimmen geschehen wird…. Informationen dazu gab es keine – ein Plan B wurde nicht einmal erwähnt. Dann am Samstagabend wurde bekannt, dass die Schwimmstrecke nun auf 3.1km gekürzt und der Schwimmstart verlegt wird, sodass mehrheitlich mit der Strömung geschwommen werden kann. Denn, es wäre nicht das erste Mal gewesen, dass die Veranstalter auf dem Rückweg hunderte von Athleten aus dem Wasser fischen mussten, weil sie durch die Strömung nur noch an Ort und Stelle geschwommen sind….

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Nun dann wurden am Wettkampfmorgen fast 3000 Athleten mit Bussen zum neuen Schwimmstart transportiert – Chapeau, denn dies hat super funktioniert und so fiel pünktlich um 06:40Uhr für die Profimänner der Startschuss – kurz darauf 06:43Uhr auch für uns Frauen.

Wie immer fiel es mir schwer, den Überblick im Wasser zu behalten und so fand ich mich zwar in einer Gruppe wieder, diese war mir jedoch bald viel zu langsam unterwegs. Als ich mich dann nach einer Gruppe weiter vorne umschaute, waren die jedoch auch schon ziemlich weit weg und so beschloss ich in dieser Gruppe locker mit zu schwimmen anstatt auf Aufholjagdt im Alleingang zu gehen…

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Nach einem sehr relaxten Schwimmen stieg ich aufs Rad und hatte dabei recht gute Beine. Leider schienen die Frauen, mit welchen ich aus dem Wasser gestiegen bin, auch nicht schnell Radfahren zu wollen (…ausser Jessie Donovan…der späteren 2. …jedoch bei ihr konnte ich nicht mithalten…)…und so musste ich die gesamte erste Runde mausen seelenalleine  fahren und mich gegen den starken Wind durchkämpfen. Es ist schon bedeutend schwieriger so ganz alleine zu fahren, wenn man niemanden hat, der mit einem fährt und hilft, dass der Rhythmus nicht einbricht…Ich war sehr froh darüber mit meinen neuen Kéo Power Pedalen von POLAR meine Leistung kontrollieren und konstant halten zu können, denn so fuhr ich auch gegen den Wind regelmässig ohne mich hier abzuschiessen….nun ja, in der zweiten Runde kamen dann die ersten Agegroupemänner….und zu meinem Erstaunen, fuhren da ganze Züge, ja richtige Ketten an mir vorbei, Rad an Rad und daneben fuhr ein Schiedsrichter und sagte einfach „Nichts“!…Nichts desto trotz hielt ich brav meinen 10Meter Abstand und musste die Gruppe leider bald einmal wieder ziehen lassen…so ging das Spiel weiter…der starke Gegenwind war auf jeder Runde eine grosse Herausforderung und so stieg ich nach 5:16h mit doch ziemlich müden Beinen ab dem Rad. Ich wusste, dass ich ziemlich Gas gegeben hatte und war gespannt darauf, wie nun meine Beine laufen würden….

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Das Laufen fühlte sich sehr bald auch recht gut an, jedoch war mein Kopf noch völlig überhitzt und ich musste schauen, dass ich diese Hitze so schnell wie möglich wieder aus dem Kopf bekommen konnte. Dank dem vielen Eis und kalten Wasser, ging es mir diesbezüglich schnell wieder besser, das Laufen jedoch fühlte sich nun doch recht schwer an und ich musste kämpfen….die Gedanken an meine Familie, Freunde und vor allem auch an meine Trainerin Ute, halfen mir über diese erste Krise weg und nach der ersten Runde à 14km war mir auch klar, dass ich dieses Rennen hier durchziehen werde. Schon auf der zweiten Laufrunde konnte ich einige Profifrauen einholen und überholen und auf der dritten Runde fing es an richtig Spass zu machen….kurz vor Zieleinlauf, etwa bei km 41 konnte ich auch noch die 8. Platzierte überholen. Leider hatte es da gerade angefangen wie aus Kübeln zu schütten und man lief wie durch einen grauen Vorhang…als ich dann nach km 42 auf der rechten Spur Richtung Ziel einspuren wollte, wurde ich von der Einweiserin weggewiesen auf die linke Spur …obwohl ich ihr dreimal sagte, ich wolle zur Finishline, sagte sie immer wieder „keep on your left“ und versperrte mir die Strasse ..verwirrt im grauen Regenvorhang und mit einem doch etwas müden Kopf, fing ich an meinem eingeschlagenen Weg zu zweifeln und lief wie mir vorgegeben auf der linken Spur weiter…den Kopf schon weit nach vorne gestreckt und Ausschau haltend, wo es denn jetzt da vorne raus zum Ziel gehen könnte….es kam jedoch nichts und ich fing an zu verzweifeln…irgendwann fragte ich einen Zuschauer nach dem Ziel und der deutete mir wieder in die andere Richtung…verärgert über diese Falsch-Einweiserin aber vor allem über mich selber, lief ich wieder zurück und kam dann nach fast 44km endlich ins Ziel…leider nun wieder auf dem 9. Platz…so werdet ihr diesmal auch kein Finshfoto mit einem Lächeln finden, denn so gut das Rennen sonst auch gelaufen war, spürte ich in diesem Moment nur gerade eine grosse Enttäuschung…

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Die Enttäuschung war jedoch bald vergessen – die Freude an der Leistung insgesamt viel grösser – begleitet von vielen schönen Erinnerungen an ein schönes Rennen auf dieser mexikanischen Insel und auch an eine schöne Zeit rund um den Wettkampf herum mit vielen neuen Freunden! Danke euch allen und danke liebe Ute für die Unterstützung!!! Auch ein herzliches Dankeschön an alle meine Sponsoren, welche mir das alles möglich machen!

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Herzlichen Dank für die Unterstützung!

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Aktion: Doppelslot und Doppelweltmeister

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Nachdem vor knapp einem Jahr das Projekt Doppelslot in die Welt gesetzt wurde, ist eine für mich sehr lehrreiche Zeit vergangen… Zum ersten Mal war ich in einem richtigen Triathlon-Frühjahrstrainingslager, in dem ich die für mich bahnbrechende Erkenntnis bekam: Krisen gehen vorbei! War ich bis zu diesem Zeitpunkt doch immer eher ein Schmerzvermeider, wurde ich hier eines Besseren belehrt, dass es doch irgendwie weiter geht…

Das hat mir im weiteren Saisonverlauf das ein oder andere Mal über den Punkt hinweggeholfen, vielleicht doch nicht einen Gang rauszunehmen sondern auch mal ein bisschen zu beissen (wäre mir sonst nicht in den Sinn gekommen).

Nach diversen Vorbereitungswettkämpfen wurde es dann in Frankfurt ernst…ich wusste ja schon, dass es nur zwei Slots gab-und einer sicher an Beate Görtz vergeben war…Schluß letztendlich: ich hatte allergrösste Bedenken…aber am Wettkampfmorgen stand ich am Langender Waldsee (zum Glück durfte mein bester Freud der Neo auch mitspielen) in der Gewissheit, dass ich nicht hätte mehr machen können…ich war nicht krank, nicht verletzt und konnte auch zum ersten Mal beim Hilfseinsatz in Nepal ordentlich das chinesische 20kg MTB und mich die Berge hochwuchten (und man fällt auch mit 2km/h nicht um)…

Nach wie immer 1:10h ging es aus dem Wasser-die Order war unter 1:10h, was fast gelungen wäre, da ich den Fuss bei 1:09:48 auf dem Sand hatte-leider liegt die Matte ja aber ein bisschen entfernt (Mist)-aber dennoch im Zeitplan…schön radgefahren (im Rahmen meiner Möglichkeiten), dann auf die inzwischen muckelig warm gewordene Laufstrecke…da hab ich vernommen, dass bis zum Slot 8:30min aufzulaufen sind…super… alles, was geht…und das tat weh…aber die vorbildliche Jubelgruppe (an dieser Stelle wird das Prädikat wertvoll vergeben) hat mich hinreichend am Laufen (Leben) gehalten…Danke nochmal an alle an der Strecke!!! Und zum Glück: es hat gereicht…an dieser Stelle habe ich zum ersten Mal verstanden, dass man 500m vor dem Ziel das selbige aus dem Auge verlieren kann…und zum ersten Mal war Mal ich froh, dass im Ziel mich jemand an der Schulter gehalten hat…aber es hat sich gelohnt…

Nachdem ich das letzte Laktat hab verdunsten lassen, ging es in die neuerliche Crossvorbereitung…um beim Xterra-Qualiwettkampf in Zittau nicht immer mädchenhaft vom Rad zu steigen…auch von sensationeller Teambetreuung begleitet, ist das Projekt Doppelslot hier vollendet worden…

Nun ging es im Weiteren „nur“ noch um das Finishen auf beiden Inseln…inzwischen hatte sich zugegebenermassen ein Motivationsloch aufgetan…dieses wurde aber von Ute, im Schwimmcamp und unter der Aussicht, Weltmeister in der AK beim Double Award werden zu können, gut gestopft…

HAWAII! Die Woche vor dem Wettkampf in Kona ist ganz grosses Kino…Astralkörper an Astralkörper reihen sich auf dem Alii Drive und am Dig me Beach-man glaubt sich mit Abstand am unfittesten und dann auch noch im Naturneo…wir haben die Woche aber tapfer und mit viel Freude hinter uns gebracht, so dass ich mich-trotz wieder allergrösster Bedenken-mich auf das schönste Rennen der Triathlon Welt gefreut habe…die Freude war aber in der Nacht jäh vorüber, als mich BSchüttelfrost den Start ernsthaft überdenken liessen…so bewegte ich es in meinem Herzen hin und her…und habe mich zum Start entschieden, was aus medizinischer Sicht sicher fragwürdig war (ich mir aber selbst versprach, ganz genau auf meinen Körper zu hören)…so habe ich mich dann auch gequält und das fröhliche Spiel Elektrolyte rein-Elektrolyte raus gespielt…und wir üben die Kohlenhydrataufnahme über die Mundschleimhaut, in dem wir das Gel solange wie möglich in den Wangentaschen halten…wie ich den Marathon überstanden habe, weiss ich nicht mehr so ganz genau…es war jedenfalls sehr hart, zweimal am Hotel vorbeizulaufen und dem Impuls zu widerstehen, einfach abzubiegen…hier auch nochmal Dank an Ute, die tapfer neben dem Leiden hergefahren ist (immerhin 4:45h) und ohne sie wäre ich vielleicht doch einfach uns Bett gegangen…nach 12:26h hatte das Elend ein glückliches Ende gefunden…ich kann jetzt sagen, dass ich meinen schönsten (2011) und meinen härtesten Ironman (2013) auf Hawaii hatte…

Nun aber schnell die Beine ausgeschüttelt und ab nach Maui…hier habe ich erstmal 5 Tage so gut wie gar nichts gemacht…Palmen geguckt, Fische geguckt, Surfer geguckt, Bett geguckt und alles wieder von vorn…Eine Woche vor der Xterra-WM dann mal geguckt, wie die Beine gucken, wenn sie mal was anderes ausser gucken machen sollen…ging ganz gut…dann die Strecke besichtigt…mein lieber Herr Gesangsverein…nicht sehr technisch-aber hart…also sehr hart (Mädchen eben)-hatte allergrösste Bedenken, die Cut off Zeiten zu schaffen (diese wurden dann zum Glück verlängert, weil man sich doch der neuen Streckenführung angepasst hat)…

Am Renntag dann ein verhältnimässig ruhiges Meer (meine grüne Schwimmbrille ist mir zwei Tage zuvor samt Badekappe weggerissen worden (man soll sein Herz nicht an Materielles hängen)…im Rahmen meiner Möglichkeiten bin ich-ich will nicht sagen schnell-doch angemessen geschwommen…beim Rad nur Spass gehabt…beim Laufen nur Spass gehabt…Xterra ist sensationell!

Und aus dem Projekt Doppelslot wurde eine Weltmeisterin AK beim Double Award bei 3. Platz gesamt und eine einzige europäische Finisherin…ich freu mich!!!

Danke an dieser Stelle an Ute, die sich in tapferer Flexibilität meinem Zeitfenster beim Trainieren gezeigt hat und wie immer den richtigen Sinn für die richtigen Dinge zum richtigen Zeitpunkt hatte…das Projekt Doppelslot/Doppelweltmeister konnte nur so abgeschlossen werden.
Und danke an all die vielen Jubler an der Strecke, an alle, die mitgefiebert haben und danke für all die lieben Wünsche!
Prädikat: WERTVOLLES TEAM!!! :-)

Uta Knape